Hypotheken sinken auf Rekordtief

Erstmals sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken unter 1 Prozent gerutscht.

Kredite für Wohneigentum waren noch nie so günstig.

Kredite für Wohneigentum waren noch nie so günstig.

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Neues Rekordtief auf dem Schweizer Immobilienmarkt: Fünfjährige Festhypotheken haben erstmals die psychologisch wichtige 1-Prozent-Marke durchbrochen. Sie liegen Ende März bei 0,97 Prozent, wie aus dem jüngsten Hypotheken-Barometer vom Vergleichsdienst Comparis.ch hervorgeht. Kunden mit überdurchschnittlicher Bonität bekommen Fünfjahres-Hypotheken sogar noch deutlich günstiger; und zwar bereits ab 0,41 Prozent, heisst es in der viermal jährlich erscheinenden Publikation.

Ein Rekordtief gibt es auch bei den zehnjährige Festhypotheken. Sie notieren per Ende März 2019 auf einem Rekordtief von 1,20 Prozent. Das sind 26 Basispunkte weniger als im Vorquartal. 1 Basispunkt entspricht 0,01 Prozent. Wer gut verhandelt oder eine ausgezeichnete Bonität hat, zahlt sogar nur 0,7 Prozent. Ebenso liegen die Richtzinsen für zweijährige Festhypotheken so tief wie nie zuvor. Sie notieren aber mit 0,92 Prozent nur minim unter dem Durchschnitts-Richtzins von Mittelfristhypotheken.

Fünfjährige Hypotheken teils günstiger als Libor

Der Druck auf die Hypozinsen ist laut Comparis-Finanz-Experte Frédéric Papp gleich auf mehrere Gründe zurückzuführen. So hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang März angekündigt, die Leitzinsen noch bis mindestens 2020 bei 0 Prozent festzubinden. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind dadurch die Hände gebunden. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die SNB die Zinsen vor der EZB erhöht», erklärt Papp. Die Zinswende in der Schweiz verschiebe sich somit weiter in die Zukunft.

Eine weitere Ursache für die sinkenden Hypothekarzinsen ist der steigende Konkurrenzkampf: «Versicherer und Pensionskassen machen Banken das Geschäft mit teils deutlich tieferen Zinssätzen streitig», sagt der Comparis-Experte. Fünfjährige Hypotheken seien teils sogar günstiger als Liborhypotheken, was unter anderem der Wettbewerbsintensität geschuldet sei. Diese variablen Hypotheken werden meist von Banken angeboten.

Grosses Sparpotenzial

Wer im Oktober 2018 eine zehnjährige Festhypothek über 500'000 Franken aufgenommen hat, zahlt 8100 Franken Zinsen pro Jahr. Bei einer Neuaufnahme wären es jetzt noch 6000 Franken. Die Differenz über zehn Jahre betrachtet beträgt 21'000 Franken. «Hypothekarnehmer sollten den Fokus aber nicht nur auf den Zinssatz richten. Die Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft und Risikofähigkeit sowie das gewünschte Mass an Flexibilität sind für die Wahl der Hypothek genauso wichtig», betont Papp.

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von der Redaktion Tamedia

aru/ta

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