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Hohe Ziele trotz starker Konkurrenz

Zwei Teams, zwei Medaillenchancen – im Curling zählen sowohl die Schweizer Frauen als auch die helvetischen Männer zu den Mitfavoriten.

Ab heute gilts für die Berner Curler ernst: Mirjam Ott und der Thuner Markus Eggler albern am Hafen von Vancouver herum.
Ab heute gilts für die Berner Curler ernst: Mirjam Ott und der Thuner Markus Eggler albern am Hafen von Vancouver herum.
Keystone

Olympiamedaillen der Schweizer Curler haben Tradition. Und auch für das heute beginnende Turnier sind die Erwartungen hoch. «Wir wollen zwei Medaillen gewinnen», sagt Teamchef Beat Jäggi ohne falsche Bescheidenheit. Allerdings ist man sich im helvetischen Lager bewusst, dass die Konkurrenz stark und die Aufgabe entsprechend schwierig ist. Die Frauenequipe bekommt es zum Auftakt gleich mit den Gastgeberinnen zu tun. Curling ist in Kanada ein Nationalsport; über eine Million Menschen spielen regelmässig Eisschach, während es in der Schweiz knapp 8'000 lizenzierte Spieler gibt. Die Einheimischen erwarten von ihren beiden Equipen entsprechend viel. Gemäss der «Vancouver Sun» gilt für die Crews von Kevin Martin und Cheryl Bernard das Motto «Gold oder Pleite». Die Bernerin Mirjam Ott, Skip der Schweizerinnen, spricht zwar von einem «happigen Start», glaubt aber, dass es ein Vorteil sein könnte, zum Auftakt gegen Kanada anzutreten: «Die Kanadierinnen werden mindestens so nervös und angespannt sein wie wir.»

Neue Aufgabenverteilung

Die Schweizer Männer eröffnen das Olympiaturnier gegen Dänemark. Der Thuner Markus Eggler, der als Skip auf Position 2 spielt, erwartet eine defensiv geführte und enge Partie. «Wer ganz vorne dabei sein will, muss die Dänen schlagen», sagt Ralph Stöckli, der bis im November die Mannschaft als Skip anführte. Der in Ittigen wohnhafte St.Galler ist überzeugt, dass die neue Aufgabenverteilung das Team weitergebracht hat. Eggler und er hätten sich in den neuen Rollen rasch zurechtgefunden und an der Europameisterschaft entsprechend gut gespielt. Platz 2 war der Lohn. «Die Taktik zu bestimmen hat mir jeweils viel Energie entzogen. Jetzt kann ich mich voll auf die beiden letzten Steine konzentrieren. Ich habe spielerisch noch einmal einen Schritt vorwärts gemacht», erzählt Stöckli.

Der 33-Jährige weist zudem auf charakterliche Unterschiede zwischen ihm und Eggler hin. «Während ich ein extremer Perfektionist bin und mir deshalb über die Spielzüge viele Gedanken gemacht habe, entscheidet Markus häufig aus dem Bauch heraus.» Dazu ist zu sagen, dass Eggler, der 1992 Weltmeister wurde, von einer immensen Erfahrung profitiert. Der 41-Jährige hat zwar das letzte Wort, er entscheidet auf dem Eis aber nicht diktatorisch. «Wir sind ein eingespieltes Team», sagt Stöckli, «letztlich muss ich mich beim Stein, den ich zu spielen habe, wohlfühlen.»

Reserven freimachen

Der Skifan freut sich darauf, vor 6'000 begeisterten Zuschauern antreten zu dürfen. Sie hätten in Kanada bisher stets gut gespielt. Die tolle Ambiance sei ein Faktor, der die Leistung verbessern, Reserven freimachen könne. Mit Freuden hat er zudem festgestellt, «dass sich die Menschen in Vancouver mit den Olympischen Spielen identifizieren. Diese Gefühl fehlte mir vor vier Jahren in Turin.»

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