Zum Hauptinhalt springen

Zeitmesser DatasportHilfe auch in schwierigen Zeiten

Datasport ist an etwa 250 Anlässen für die Resultatermittlung zuständig. Und sammelt jetzt zentral Spenden für Veranstalter, die ihren Lauf absagen mussten.

Der Chäsitzerlouf ist einer der Anlässe, die unterstützt werden.
Der Chäsitzerlouf ist einer der Anlässe, die unterstützt werden.
Bild: Iris Andermatt

Ein Lauf, ein Radrennen, ein Wintersportanlass kann ohne Zeitmessung nicht über die Bühne gehen. Der bekannteste Dienstleister in diesem Bereich in der Schweiz ist Datasport. 1983 gegründet, ist das Unternehmen mit 30 Mitarbeitern mittlerweile an 250 Anlässen für die korrekte Ermittlung der Resultate zuständig, auch Veranstaltungen im nahen Ausland werden durch Datasport betreut.

Der Engadin Skimarathon gehört dazu, im Kanton Bern im Frühling der Kerzers- und der Chäsitzerlouf. Diese Anlässe konnten oder können wegen der Corona-Krise nicht durchgeführt werden, die Veranstalter dadurch in grössere finanzielle Probleme geraten. Was Datasport zu einer Hilfsaktion bewogen hat.

«Unser Motto ist es, den Veranstaltern zum Erfolg zu verhelfen», sagt CEO Thomas Bachofner. «Mit unserer Aktion wollen wir dafür sorgen, dass sie auch diese schwierige Zeit gut überstehen.» Datasport nutzt dabei die Reichweite aus, die das Unternehmen in Sportlerkreisen besitzt; der Newsletter wird von 550’000 Personen abonniert.

Die Hilfsaktion funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Wer spenden will, kann den Anlass angeben, den er unterstützen will, das gesammelte Geld wird den jeweiligen Organisatoren weitergereicht. Die Aktion sei bereits auf viel positive Resonanz gestossen. «Ich spüre, dass die Solidarität unter den Veranstaltern, aber auch von den Sportlern gegenüber den Organisatoren sehr gross ist», sagt Bachofner. So stosse es auf viel Verständnis, wenn bei einem Lauf das Startgeld nicht oder nur teilweise zurückbezahlt werden könne und beispielsweise auf die Austragung 2021 übertragen werde.

Oder man trägt zum weiteren guten Gedeihen eines Anlasses bei, indem man auch auf den Teil der Meldegebühren verzichtet, den ein Veranstalter nach der Absage wieder ausbezahlen kann. So gaben etwa die Verantwortlichen des Engadin-Skimarathons gestern bekannt, dass bis zu einem Drittel der Startgelder an die Angemeldeten zurückfliessen können. Eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer könnte nun gegenüber Datasport signalisieren, dass sie oder er gar keine Rückvergütung wünscht.

Emotional schwierig

Bei Datasport selber läuft die Arbeit weiter, auch wenn Kurzarbeit beantragt wurde. «Jeder Anlass hat einen Projektleiter, eine Projektleiterin. Diese bleiben für die Veranstaltung zuständig. Was jetzt wegfällt, sind die Einsätze vor Ort am Wochenende», sagt Bachofner. Nicht ausser Acht lassen dürfe man die emotionale Schiene. «Muss ein Anlass abgesagt worden, ist dies für alle Beteiligten schwierig», sagt er.

So etwa beim «Engadiner», der wenige Tage vor der Durchführung wegen des Coronavirus gestrichen werden musste. Weil aktuell keine Sportanlässe stattfinden, wird bei Datasport die frei gewordene Zeit auch zur Weiterentwicklung etwa der Informatik-Infrastruktur genutzt. Dinge, für die manchmal während der wärmeren Monate nur wenig Zeit da ist, wenn viele Mitarbeiter im Ausseneinsatz sind. Damit dann ein noch besserer Service angeboten werden kann, wenn sich das sportliche Leben wieder normalisiert hat.