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Langnau mit 9. NiederlageHarmlose Tiger

Wieder nichts: Kampfstarke SCL Tigers verlieren in Zürich 1:2 und drohen den Anschluss ans Mittelfeld früh zu verlieren. Die Offensive ist eine Grossbaustelle.

Und wieder hat Langnau das Nachsehen: Trotz starker Leistung kann Goalie Ivars Punnenovs die Niederlage in Zürich nicht verhindern.
Und wieder hat Langnau das Nachsehen: Trotz starker Leistung kann Goalie Ivars Punnenovs die Niederlage in Zürich nicht verhindern.
Foto: Marc Schumacher (freshfocus)

Sie heissen beide Rikard, sind 52 und fast Tür an Tür in der schwedischen Stadt Huddinge aufgewachsen, 20 Autominuten von Stockholm entfernt. Die Jugend haben sie zusammen verbracht, es drehte sich alles ums Eishockey.

Nun betreut Rikard Grönborg die ZSC Lions, Rikard Franzén coacht die SCL Tigers, am Dienstag standen sie sich erstmals als Cheftrainer gegenüber. Es war ein ungleiches Duell, und wie: Bei den Zürchern figurieren 15 Spieler im Kader, die an einer WM oder Olympischen Spielen teilgenommen haben. Die Emmentaler ihrerseits kennen mit Ausnahme von Goalie Ivars Punnenovs Grossanlässe nur aus dem Fernsehen. Insofern war die Langnauer Niederlage im Hallenstadion nichts als logisch, nach dem 1:2 brauchten sich die Tigers gewiss nicht zu schämen.

Schon nach 59 Sekunden hatten die Gäste ihre erste Strafe kassiert, wenig später leistete sich Captain Pascal Berger ein Foul – Fredrik Pettersson nutzte die Gelegenheit zur verdienten Führung. Das Heimteam kontrollierte fortan das Geschehen, es machte aber auch nur, was gerade nötig war. Das reichte, um Punnenovs zwei anstrengende Stunden zu bescheren. 36 Schüsse parierte der starke Lette, dessen Corona-Test am Sonntag negativ ausgefallen war. Nach leichten Magenproblemen und Schlappheit war er vorsorglich kontrolliert worden.

ZSC mit fünf Pfostenschüssen

Den Tigers gelang es mit viel Engagement und noch mehr Fortüne, das Geschehen ausgeglichen zu halten. Erst kurz vor Ende des Mittelabschnitts erhöhte Justin Siegrist auf 2:0, zuvor hatten die Lions den Puck gleich viermal an die Torumrandung gedroschen. Langnau wiederum kreierte nicht viele Chancen, Benjamin Neukom und Ben Maxwell jedoch hätten alleine vor Lukas Flüeler durchaus reüssieren dürfen. Einmal mehr verdeutlichte sich das Qualitätsproblem in der Offensive, der Angriff bleibt eine Grossbaustelle. Franzén hatte sämtliche Linien neu formiert, die erhoffte Wirkung jedoch blieb weitgehend aus. Den einzigen Treffer erzielte Jules Sturny drei Minuten vor Schluss: Er lenkte einen Schuss von Tim Grossniklaus am Boden kniend ungewollt ab. Worauf die gegen Ende nonchalanten Zürcher gar noch ins Zittern gerieten. Vor dem Anschlusstor hatten sie Pfostenschuss Nummer 5 (!) zu beklagen gehabt.

Nach der bereits neunten Niederlage tun die Emmentaler gut daran, bald regelmässiger zu punkten. Ansonsten drohen sie selbst den Anschluss ans hintere Mittelfeld zu verlieren. Die Lions übernahmen in der wenig aussagekräftigen Tabelle die Spitze. Nächste Woche treffen die Equipen bereits wieder zweimal aufeinander.