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Wirbel um CNN Money SwitzerlandHappige Vorwürfe gegen Geldgeber von Schweizer TV-Sender

Medienberichte aus Bangladesch über zwei wichtige Aktionäre könnten den hiesigen CNN-Ableger in Schwierigkeiten bringen.

Zwei Crew-Mitglieder helfen Moderatorin Hannah Wise im Studio von CNN Money Switzerland.
Zwei Crew-Mitglieder helfen Moderatorin Hannah Wise im Studio von CNN Money Switzerland.
Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Es ist eine abenteuerliche Geschichte. Die beiden Brüder Rick und Ron Haque Sikder sind vermögende Geschäftsmänner – mit denen, schenkt man Medienberichten Glauben, nicht zu spassen ist. Sie sollen im Mai in Bangladesh nach einem Streit um einen Kredit zwei Banker der Exim Bank misshandelt und ihnen mit dem Tod gedroht haben. Die Justiz ermittelt. Die Affäre schlägt im Land Wellen, auch weil die Sikder-Brüder in einem firmeneigenen Ambulanzjet nach Thailand geflohen sein sollen.

Die beiden Unternehmer sind auch in der Schweiz tätig. Rick und Ron Haque Sikder sind im Verwaltungsrat des englischsprachigen TV-Senders CNN Money Switzerland vertreten. Und sie haben seit dessen Gründung vor zwei Jahren viel Geld in den Wirtschaftssender investiert. 70 Prozent des Kapitals von CNN Money Schweiz gehört zum asiatischen Sikder-Konzern, der Rest sei im Besitz der Geschäftsleitung.

1 Million Franken an offenen Rechnungen

Wie die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» berichtet, droht der Wirbel um die Familie Sikder den Sender in eine existenzielle Krise zu stürzen. Besonders Ron Haque Sikder habe in der Vergangenheit dem Sender immer wieder ausgeholfen, wenn das Geld knapp war. Bei der Ausrüstung der beiden TV-Studios in Zürich und Lausanne habe er grosszügig ausgeholfen, schreibt das Blatt.

Laut dem Westschweizer Wirtschaftsmedium «PME Magazine» gehen derzeit mehrere Gläubiger wegen unbezahlter Rechnungen gegen den Sender vor. Ihre Forderungen würden mehr als 1 Million Franken betragen. Gegenüber «Le Temps» sagte Sender-Chef Christoph Rasch, dass CNN Money Schweiz ein junges, sich entwickelndes Unternehmen sei, das von der Corona-Krise schwer getroffen wurde. Zwar würden die Zuschauerzahlen stetig steigen, doch seien die Einnahmen seit März stark zurückgegangen. Es gehe darum, trotz Liquiditätsschwierigkeiten die Arbeitsplätze zu erhalten, ohne dass das Unternehmen staatliche Unterstützung erhalten habe. Auf eine Anfrage dieser Zeitung nahm der Sender nicht Stellung.

Aushängeschild: Patrizia Laeri ist Chefredaktorin von CNN Money Switzerland.
Aushängeschild: Patrizia Laeri ist Chefredaktorin von CNN Money Switzerland.
Foto: Urs Jaudas

Erst vor kurzem konnte CNN Money Switzerland noch einen grossen Erfolg feiern: Die bekannte TV-Journalistin Patrizia Laeri ist seit Anfang Juli die Chefredaktorin von CNN Money Schweiz. Laut «Le Temps» habe der Sender Journalisten und Moderatoren aus dem In- und Ausland mit äusserst attraktiven Gehältern angeworben. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 27 Mitarbeiter, davon sind zehn Journalisten. Der Sender ist keine Tochter des US-Senders CNN. CNN Money Schweiz bezahlt eine Lizenzgebühr für die Nutzung des Namens und der Technologie.