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Berner Platte: Spirit of Bern«Hand hoch, wer ein Implantat trägt!»

Welche Innovationen werden die Medizin in Zukunft prägen? Am Event Spirit of Bern sprachen die Gäste über künstliche Gelenke, Hirnforschung und zielgerichtete Therapien.

Der Event Spirit of Bern hatte die Medizin im Fokus – 600 Gäste erschienen dafür im Kursaal.
Der Event Spirit of Bern hatte die Medizin im Fokus – 600 Gäste erschienen dafür im Kursaal.
Foto: Raphael Moser

Das Thema Innovation und Sicherheit in der Medizin stand im Mittelpunkt an der fünften Ausgabe des Spirit of Bern. In der Arena des Berner Kursaals referierten über ein Dutzend Expertinnen und Experten – vor rund 600 Gästen. Moderiert wurde das Programm von den SRF-Journalistinnen Sonja Hasler und Andrea Vetsch. «Dieses Forum für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik überzeugt, und das heutige Thema beschäftigt alle», sagte der Berner Regierungspräsident Christoph Ammann in seiner Begrüssungsrede. Die Medizin werde sich in hohem Tempo weiterentwickeln, und der Kanton Bern fördere entsprechende Projekte. Als leuchtendes Beispiel nannte Ammann das kürzlich eröffnete Kompetenzzentrum Sitem-Insel.

Sonja Hasler (l.) und Andrea Vetsch von SRF moderierten  das Programm.
Sonja Hasler (l.) und Andrea Vetsch von SRF moderierten das Programm.
Foto: Raphael Moser

«Hand hoch, wer ein Implantat trägt!», forderten die Moderatorinnen das Publikum auf. Ein paar Dutzend Hände gingen in die Höhe. «Und wer musste ein Implantat bereits rausnehmen lassen?» Niemand meldete sich. Dann wurden auch die geistigen Väter des Spirit of Bern, Zahnmediziner Daniel Buser (Stiftungsrats-Präsident) und Uni-Rektor Christian Leumann, gefragt. Buser trägt ein künstliches Kniegelenk, Leumann von Kopf bis Fuss nichts Künstliches.

Am Spirit tauchten etliche bekannte Gesichter auf. Etwa der Starchirurg Thierry Carrel. Welches für ihn die grössten Errungenschaften der modernen Medizin denn sind, wollte diese Zeitung am Rande der Veranstaltung wissen. «Das sind die bildgebenden Verfahren. Sie geben uns viel mehr Auskunft als früher, sorgen für die Sicherheit in der Diagnose sowie der exakten Planung des Eingriffs. Sie sind auch der Schlüssel für zielgerichtete Therapien.»

Starchirurg Thierry Carrel und Eliane Schutte, CEO der Medizintechnikfirma Xeltis.
Starchirurg Thierry Carrel und Eliane Schutte, CEO der Medizintechnikfirma Xeltis.
Foto: Raphael Moser

Für CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sowie für Stadtpräsident Alec von Graffenried sind es die «enormen Fortschritte bezüglich der Krebstherapien». Was vor zwanzig Jahren noch unmöglich war, könne man heute behandeln, meint Humbel. Sie nannte auch die medizintechnischen Fortschritte. «Künstliche Gelenke bringen älteren Menschen die Lebensqualität zurück.»

Loeb-Chefin Nicole Loeb und Stadtpräsident Alec von Graffenried loben die medizinischen Fortschritte – etwa im Bereich Krebstherapie.
Loeb-Chefin Nicole Loeb und Stadtpräsident Alec von Graffenried loben die medizinischen Fortschritte – etwa im Bereich Krebstherapie.
Foto: Raphael Moser

«Ein Segen für die Menschheit» sind für Zahnmediziner Daniel Buser «die enormen Fortschritte in der Implantationstechnik – Knie- und Hüftgelenke – in den letzten dreissig Jahren.» Beeindruckend seien zudem die Entwicklungen im digitalen Bereich.

Für Alt-SVP-Regierungsrat Ueli Augsburger liegt die grösste Errungenschaft auf einem ganz anderen Gebiet. «Das Beste ist, dass man heute in der Medizin über Fehler spricht und sie zu minimieren versucht.»

Zahnmediziner Daniel Buser und Vivianne Chappuis, Professorin an den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern.
Zahnmediziner Daniel Buser und Vivianne Chappuis, Professorin an den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern.
Foto: Raphael Moser

Dass die Zukunft der Hirnforschung gehört, meint Nicole Loeb. Sie ist mit dieser Meinung nicht die Einzige.