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Schutz für WhistleblowerHaben Sie einen vertraulichen Tipp für uns?

Es gibt verschiedene Mittel und Wege, um sicher und anonym mit unseren Journalistinnen und Journalisten Kontakt aufzunehmen. Hier zeigen wir Ihnen, wie.

Informantinnen und Informanten gehören zu unseren wichtigsten Quellen. Manche sprechen direkt mit uns, manche senden uns Dokumente. Einige geben uns ihre Identität bekannt, andere ziehen Anonymität vor. Ein guter Tipp ist präzis, richtet sich auf ein konkretes Thema und geht über Spekulation hinaus.

Haben Sie einen solchen Hinweis? Wissen Sie von undurchsichtigen Geschäften, korrupten Machtträgern, unlauteren Machenschaften in Politik, Verwaltung oder Wirtschaft? Dann können Sie sich bei uns melden.
Der Grundsatz des Quellenschutzes ist unser höchstes Gut. Wir tun alles, was in unseren Händen liegt, um Ihre Identität gegen aussen abzuschirmen.

Damit dies gelingt, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Lassen Sie Vorsicht walten, wenn Sie mit uns in Verbindung treten. Arbeitgeber oder Behörden können Ihre Kommunikation unter Umständen zurückverfolgen.

  • Auch das Anschauen, Herunterladen und Sichern von Informationen auf Rechnern hinterlässt meist elektronische Spuren, die sich verfolgen lassen. Nutzen Sie also nicht den beruflichen Computer, das Job-Smartphone oder den Telefonanschluss im Büro, wenn Sie uns kontaktieren.

  • Verwenden Sie Ihr privates Telefon oder Ihr privates E-Mail. Oder noch besser: Gelangen Sie indirektzum Beispiel über einen eigens eingerichteten Account oder den Anschluss einer Vertrauensperson – an uns.

  • Es ist zudem wichtig, im persönlichen Umfeld so wenig wie möglich über Ihr Vorhaben zu sprechen, vor allem bei der Arbeit.

Als Whistleblower stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten für die Kontaktaufnahme zur Verfügung, die wir im Folgenden kurz vorstellen. Alle haben gewisse Vor- und Nachteile. In der Regel ist es für unsere Recherchen aber von grossem Vorteil, wenn wir mit Ihnen als Quelle Rücksprache nehmen können und Ihren Namen sowie Kontaktdaten kennen. Selbstverständlich sind aber auch anonyme Tipps möglich.

Post

Altmodisch, aber extrem sicher: Mit der Post hinterlassen Sie keine digitalen Spuren. Achten Sie trotzdem darauf, dass Ihr echter Name nicht erwähnt ist in den Dokumenten, wenn Sie anonym bleiben wollen. Geben Sie die Unterlagen im Zweifelsfall nicht in einer Postfiliale ab, sondern werfen Sie die Sendung bei einem Postkasten ein. Dieser sollte wenn möglich nicht direkt bei Ihrem Wohn- oder Arbeitsort liegen.

Unsere Anschrift lautet:

Recherchedesk Tamedia, Werdstrasse 21, 8021 Zürich

Persönlich

Sie können uns jederzeit gerne persönlich Dokumente überreichen. Besuchen Sie dazu einfach eine der Hauptredaktionen von Tamedia. Diese Art der Übergabe ist je nach Anfahrtsweg aufwendig, im Gegenzug lassen sich derart platzierte Sendungen nicht rückverfolgen. Melden Sie sich einfach beim Empfang und geben Sie Ihre Unterlagen ab mit dem Verweis, dass diese an das «Recherchedesk Tamedia» weitergereicht werden sollen.

Sie finden uns an folgenden Standorten: Zürich, Bern, Basel.

In der Westschweiz können Sie Unterlagen an den folgenden Adressen mit dem Verweis «Cellule Enquête» einreichen: Lausanne, Genf.

Smartphone

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, uns auf dem Smartphone des Recherchedesks zu erreichen. Wir melden uns jeweils so bald wie möglich zurück. Unsere Nummer lautet:

+41 77 487 09 39

Sie können auf diese Nummer anrufen oder eine SMS schreiben. Bitte beachten Sie aber, dass auch anonyme Anrufe, bei denen die Rufnummer unterdrückt ist, Spuren hinterlassen. Sicherer sind Messenger-Dienste, die Nachrichten verschlüsseln.

Der bekannteste von ihnen ist wohl Whatsapp. Allerdings steht dieser wegen des Umgangs mit Daten immer wieder in der Kritik.

Wir empfehlen Ihnen daher Signal, eine kostenlose Open-Source-Anwendung, die schnell installiert ist. In der Cloud hat sie keinen Zugriff auf Ihre Chats, die App behält nur Ihre Telefonnummer, das Datum der Registration und Ihre letzte Aktivität. Metadaten zu einzelnen Nachrichten werden nicht auf dem Server gespeichert, sondern nur auf den beiden Telefonen.

Erreichbar sind wir auf dem Smartphone auch über Threema. Diese Schweizer Software bietet den Vorteil, dass Sie Ihre Handynummer nicht angeben müssen. Womit das Konto im Zweifelsfall nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht wird. Unsere Threema-ID lautet: 445494FX.

E-Mail

Unsere direkte Mail-Adresse lautet: recherchedesk@tamedia.ch.

Nutzen Sie lieber nicht das E-Mail ihrer Firma oder Verwaltung, wenn Sie einen dortigen Missstand melden wollen. Beachten Sie auch, dass konventionelle Mails nicht verschlüsselt sind. Sie können zum Schutz ein neues Konto mit einem Pseudonym eröffnen. Und in besonders heiklen Fällen empfehlen wir, verschlüsselte Mail-Dienste zu verwenden.

Benutzerfreundlich ist es zum Beispiel, sich unter www.protonmail.ch eine Gratis-Mail-Adresse einzurichten. Der Vorteil dieses Sicherheitsproviders ist, dass er Mails automatisch verschlüsselt, die Sie an eine andere Protonmail-Adresse senden. Ausserdem befinden sich alle Server im Inland und Daten müssen so im Prinzip nicht die Grenze ins Ausland passieren. Senden Sie Ihre Nachricht einfach von Ihrem neuen Protonmail-Konto an die Adresse recherchedesk@protonmail.com. So gelangen Sie verschlüsselt an uns.

Eine zweite Möglichkeit ist die E-Mail-Verschlüsselung mithilfe des «Pretty Good Privacy»-Standards (PGP). Wir empfehlen Ihnen, dafür die Browser-Erweiterung Mailvelope zu installieren, mit der Sie Nachrichten einfach verschlüsseln können.

Was sind die rechtlichen Risiken?

Es gibt in der Schweiz kein spezifisches Gesetz zum Whistleblowing, das Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber schützt. Daher können wir Ihnen trotz aller Sicherheitsmassnahmen keinen absoluten Schutz versprechen. Wir unternehmen aber alles, was möglich ist, um Sie als Quelle zu schützen. Und können garantieren, Ihre Informationen professionell und mit grösster Sorgfalt zu behandeln. Wir hoffen auf Ihr Vertrauen.

Wir als Journalistinnen und Journalistenund am Ende die Öffentlichkeitsind auf Informantinnen und Informanten angewiesen, die dabei helfen, Missstände aufzudecken.