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Nach Thuns Abstieg«Haben eine Infrastruktur, die nur über die Super League finanzierbar ist»

Die Enttäuschung sitzt tief: Thuns Präsident Markus Lüthi beweist sich als fairer Verlierer – und beantwortet Fragen zu möglichen Konsequenzen des Abstiegs in die Challenge League.

Bitteres Saisonende: Thuns Präsident Markus Lüthi muss sich jetzt mit der Challenge League befassen.
Bitteres Saisonende: Thuns Präsident Markus Lüthi muss sich jetzt mit der Challenge League befassen.
KEYSTONE/Alessandro della Valle

Es wäre eine schöne Geschichte gewesen. Gerade mal neun Punkte holte der FC Thun in der Hinrunde der Super League, galt für viele bereits als abgestiegen. Doch die Berner Oberländer kämpften sich zurück, hatten bis zur letzten Runde sogar noch die Chance, den Ligaerhalt ohne Barrage klar zu machen. «Wir wollten zeigen, dass wir auch ohne Trainerwechsel nochmals zurückkommen können», sagt Präsident Markus Lüthi im «Teleclub». Das Vorhaben scheiterte: «Wir konnten es leider nicht über die Ziellinie bringen.»

Ein Tor fehlte den Thunern im Rückspiel gegen Vaduz, um sich immerhin in die Verlängerung zu retten. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft, jetzt sind wir einfach nur leer», beschreibt Lüthi die Gefühlslage der Berner Oberländer. Sportchef Andres Gerber findet: «Vielleicht waren wir zu ungeduldig.»

Noch nicht mit Abstieg beschäftigt

Natürlich stellt sich jetzt auch die Frage, was der Abstieg für den notorisch klammen FC Thun bedeutet. Doch Lüthi weicht aus: «Damit beschäftigen wir uns ab morgen. Wir können doch nicht sportlich um den Ligaerhalt kämpfen, uns in einem anderen Büro aber mit dem Abstieg beschäftigen.»

Es gelte jetzt aber zu schauen, wie sie mit dieser Situation jetzt umgehen wollen, so Lüthi weiter. Aber auch er muss eingestehen: «Natürlich haben wir eine Infrastruktur und Organisation, die nur über die Super League finanzierbar ist.»

Thuns Trainer Marc Schneider muss seinen Sohn trösten.
Thuns Trainer Marc Schneider muss seinen Sohn trösten.
KEYSTONE/Anthony Anex
Am Boden: Die Thuner verlieren die Barrage gegen Vaduz und steigen ab.
Am Boden: Die Thuner verlieren die Barrage gegen Vaduz und steigen ab.
KEYSTONE/Peter Schneider
Der Frust sitzt tief: Tränen bei Basil Stillhart.
Der Frust sitzt tief: Tränen bei Basil Stillhart.
KEYSTONE/Anthony Anex
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Ganz anders ist die Gefühlslage beim FC Vaduz. Aufstiegstrainer Mario Frick wird während dem «Teleclub»-Interview von seinen Spielern zuerst geduscht, dann in die Höhe geworfen. «Das wird eine lange, lange Nacht. Wir haben uns das immer wieder visualisiert, wie wir heute Abend feiern werden. Ich bin so richtig froh», sagt der sichtlich aufgewühlte Liechtensteiner danach, völlig durchnässt.

Als fairer Gewinner erweist sich Sportchef Franz Burgmeier: «Wir hoffen, dass der FC Thun in einem Jahr in die Super League zurückkehrt.» Dafür müssen sich die Berner Oberländer jetzt allerdings aufraffen. Ob das wirklich gelingt? «Das wird eine riesige, riesige Herausforderung», sagt Gerber. Sein Präsident kündigt einen Umbruch «auf allen Ebenen» an. Auch auf der Trainerposition? «Auf allen Ebenen», wiederholt Lüthi. Zuerst werden er und sein Personal allerdings «in die Stille gehen». Das heisst, dass der Verein sich vorerst nicht mehr äussern wird: «Spätestens Ende nächster Woche kommunizieren wir, wie es mit dem FC Thun Berner Oberland weitergehen wird.»

fas

9 Kommentare
    Peter Martin

    Obwohl ich GC-Fan bin, hat mir der FC Thun immer imponiert. Ein sympathischer Verein mit einer super Vereinsführung. Was die mit sehr wenig Geld über die Jahre geleistet haben, ist eindrücklich. Wer weiss, vielleicht schaffen sie den Wiederaufstieg, am besten zusammen mit den Hoppers.