Gericht spricht «meistgehassten Mann Amerikas» schuldig

Martin Shkreli droht eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren. Beim Prozess gegen ihn kam es zum Eklat.

Lacht trotz Schuldspruch: Martin Shkreli nach der Verhandlung. (4. August 2017)

Lacht trotz Schuldspruch: Martin Shkreli nach der Verhandlung. (4. August 2017)

(Bild: AFP)

Dem wegen drastischer Preiserhöhungen bei einem lebensrettenden Medikament umstrittenen Pharmaunternehmer Martin Shkreli droht eine Gefängnisstrafe. Nach fünfwöchigem Prozess und fünftägigen Beratungen sprach die Jury des zuständigen Gerichts in Brooklyn Shkreli am Freitag des Wertpapierbetrugs schuldig.

Beim Rechtsstreit ging es nicht um Raffgier im Pharma-Business, sondern um Anlegergelder, die Shkreli veruntreut haben soll. Die US-Behörden hatten dem 34-Jährigen vorgeworfen, Investoren an der Nase herumgeführt und ihre Mittel zweckentfremdet zu haben.

Shkreli hatte 2015 Berühmtheit erlangt, als seine Firma Turing Pharmaceuticals den Preis für Entzündungs-Medikament Daraprim - das unter anderem Aids-Patienten helfen soll – schlagartig von 13,5 auf 750 Dollar pro Pille anhob. Die Empörung war riesig, die BBC bezeichnete in als «meistgehassten Mann Amerikas», die «Washington Post» als «Staatsfeind Nummer 1».

Richterin verpasst Shkreli einen Maulkorb

Auch der Prozess in Brooklyn wurde durch Shkrelis schlechtes Image erschwert. So dauerte es Tage, die Jury zu besetzen, weil etliche Kandidaten keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen den Angeklagten machten.

Auch Shkreli selbst sorgte für einen Eklat: Er äusserte sich so lange abfällig über die Staatsanwaltschaft, bis die Richterin ihm einen Maulkorb verpasste.

Ein Datum für das Urteil wurde noch nicht festgelegt. Shkreli droht schlimmstenfalls eine Haftstrafe von 20 Jahren, er dürfte aber glimpflicher davonkommen.

woz/sda

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