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Weg mit den NeophytenGemeinsam gegen die Invasion

Ausgraben und fachgerecht entsorgen: Die Baudirektion von Burgdorf ruft private Gärtnerinnen und Gärtner dazu auf, unerwünschte Pflanzen zu bekämpfen.

Hübsch anzusehen, aber invasiv und unerwünscht: Das Drüsige Springkraut.
Hübsch anzusehen, aber invasiv und unerwünscht: Das Drüsige Springkraut.
zvg

Sie blühen in kräftigen Farben, wachsen schnell, bilden blickdichte Hecken und schmücken den Garten im Herbst mit leuchtend roten Beeren. Und sie verursachen allesamt das gleiche Problem: Sie verdrängen einheimische Pflanzen und machen so den Insekten und anderen Kleinlebewesen das Überleben schwer. Was sich wiederum negativ auf den Bestand der Vögel auswirkt.

Die Rede ist von invasiven Neophyten. Ein Thema, das in den letzten Jahren immer mal wieder aufs Tapet kommt. Und jetzt, ganz aktuell, macht auch die Stadt Burgdorf in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam, dass Gärtnerinnen und Gärtner doch bitte darauf achten sollen, die Fremdlinge von ihren Grundstücken zu vertreiben. Warum gerade jetzt? Ganz einfach, sagt Alain Spart, Leiter Stadtgrün: «Im Moment blühen die Neophyten und sind so sehr leicht zu erkennen.»

Die Stadt hilft auch

Natürlich überlässt die Stadt die Arbeit nicht alleine den Bürgerinnen und Bürgern: «Die Baudirektion ist bemüht, die öffentlichen Flächen unter Kontrolle zu halten, um weitere Verbreitungen zu vermeiden», heisst es in der Mitteilung. Die Bekämpfung erfolge durch mehrmaliges Mähen und «selektiven mechanischen Einsatz», sprich, die Pflanzen werden von Hand ausgerissen. «In Ausnahmefällen können bei Problempflanzen Einzelstockbehandlungen mit einem zugelassenen Herbizid erfolgen.» Das Schnittgut werde der Kehrichtverbrennungsanlage zugeführt.

Und was können Private tun, wenn sich trotz aller Vorsicht ein Neophyt in den Garten verirrt hat? Stadtgrün gibt Ratschläge:

Sich informieren

Invasive Neophyten kennen und identifizieren lernen. Bei Unsicherheiten helfen Landschaftsgärtner oder ein Gartenbauunternehmen weiter.

Kontrollieren

Vermehrt den eigenen Graten nach Neophyten absuchen.

Entfernen/Entsorgen

Entfernen, sprich ausgraben oder ausreissen. Wenn das nicht möglich ist, vor dem Blühen oder tragen der Fruchtstände diese entfernen und entsorgen. Invasive Knöterich-Arten müssen weiträumig ausgegraben werden. Schnittgut und Gartenabfälle mit invasiven Neophyten sind in den Hauskehricht (Kehrichtsack) zu entsorgen. Sie gehören nicht auf den Kompost, einen Asthaufen oder gar in den Wald.

Vorbeugen

Keine unbekannten Pflanzenarten einkaufen und pflanzen. Auch wenn sie zum Kauf angeboten werden, auf Problempflanzen wie zum Beispiel Sommerflieder oder Robinie verzichten. Schmetterlinge mögen den Sommerflieder zwar, ihre Raupen können mit den Blättern aber nichts anfangen und verhungern.

Lücken füllen

Für Ersatzpflanzungen nur einheimische, ökologisch wertvolle Pflanzenarten verwenden.

Ein paar Übeltäter

Kanadische Goldrute.

Foto:  pd
Kanadische Goldrute.

Foto: pd
Kirschlorbeer.
Kirschlorbeer.
Foto: bom
Ambrosia.
Ambrosia.
Foto: pd
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