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Wärmeversorgung in SeftigenGemeindeliegenschaften werden einem neuen Verbund angeschlossen

Die alte Holzschnitzelheizung genügt den Anforderungen nicht mehr. Deshalb schliesst die Gemeinde ihre Liegenschaften einer privaten Anlage an.

In Seftigen werden Gemeindeliegenschaften künftig mit Wärme aus einem privaten Verbund geheizt.
In Seftigen werden Gemeindeliegenschaften künftig mit Wärme aus einem privaten Verbund geheizt.
Foto: Daniel Fuchs

Die Gemeinde Seftigen hat im Jahr 2002 eine Holzschnitzelheizung im Schulhaus eingebaut. Mit dieser werden via internes Wärmeleitungsnetz die gemeindeeigenen Liegenschaften wie Schulhaus, altes Schulhaus, uraltes Schulhaus, Turnhalle, Aula, Kindergarten, Kita-/Tagesschulgebäude, Gemeindeverwaltung sowie das ehemalige Zivilschutzgebäude mit Wärme bedient. Jährlich werden so durchschnittlich 660 Schnitzelkubikmeter einheimisches Holz verwertet, was 264 Kubik-Festmetern entspricht, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Mit diesem Holz werden rund 490 kWh Wärmemenge produziert. Die 230-kW-Anlage wird durch den Hauswart betrieben und funktioniere bisher zufriedenstellend.

Schärfere Vorschriften

Aufgrund einer Verschärfung der eidgenössischen Vorschriften hat der Kanton eine umfassende Sanierung dieser Heizanlage bis Juni 2023 angeordnet. Zum einen wird die aktuelle Luftreinhalteverordnung nicht mehr eingehalten, was den Einbau einer neuen Filteranlage bedingt, und zum anderen muss ein Wärmespeicher eingebaut werden. Der Gemeinderat hat daher gemäss einer Kostenschätzung eines Heizexperten im Finanzplan 2017 total 400'000 Franken an Sanierungskosten eingestellt.

Der Landwirt eines nahe gelegenen Landwirtschaftsbetriebs realisiert im Sinne einer Betriebserweiterung den Neubau eines Wärmeverbunds mit einer eigenen neuen grossen Heizanlage. Die Baubewilligung wurde erteilt. Damit werden unter anderem das sich im Bau befindende Wohn- und Pflegezentrum Chappele der Solviva AG sowie drei neue Wohnbauten mit total 37 Wohnungen ab Ende 2021 mit Wärme beliefert.

Drei Varianten evaluiert

Die Gemeinde hat mit externer Unterstützung in einer Evaluation folgende drei Varianten an Wärmeerzeugungssystemen detailliert verglichen: weiterhin Eigenbetrieb einer Holzschnitzelheizung, Einbau einer Erdsondenheizung oder den Anschluss an den neuen Wärmeverbund. Aus finanzieller Sicht, über 25 Jahre betrachtet, habe sich dabei der Anschluss an den Wärmeverbund als die wirtschaftlichste Lösung erwiesen.

Der Gemeinderat hat daher entschieden, die eigenen Liegenschaften künftig mit Fernwärme vom Wärmeverbund Seftigen beheizen zu lassen und einen entsprechenden Wärmelieferungsvertrag unterzeichnet – vorbehältlich Zustimmung der Gemeindeversammlung. Für den Abbau der bestehenden Anlage und den Kostenbeitrag an die neu zu erstellende Anschlussleitung hat der Gemeinderat einen Verpflichtungskredit von 160'000 Franken bewilligt.

Aufgrund der Höhe des Betrags liegt die Entscheidungskompetenz bei der Gemeindeversammlung. Der Gemeinderat hat beschlossen, das Geschäft am 23. November der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.

pd/maz