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Regionalkonferenz Oberland-Ost«Ganze Region ist gefordert»

Das wilde Campieren hat im Berner Oberland im Sommer 2020 stark zugenommen. Die Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Oberland-Ost will Vorschläge für den künftigen Umgang mit dieser Gästegruppe prüfen.

Zahlreiche Wildcamper besuchten in diesem Sommer das Berner Oberland. (Symbolbild)
Zahlreiche Wildcamper besuchten in diesem Sommer das Berner Oberland. (Symbolbild)
Foto: Reto Oeschger

Die Coronavirus-Pandemie hat in diesem Jahr auch das Reise- und Freizeitverhalten beeinflusst. Die Empfehlungen des Bundesrates und die unattraktiven Bedingungen für Auslandreisen veranlassten viele Schweizerinnen und Schweizer dazu, ihre Sommerferien im eigenen Land zu verbringen. Vor allem die Bergregionen waren bei schönem Wetter beliebte Reiseziele.

In zahlreichen Gemeinden kam es zu einem grossen Andrang von Urlaubern, die mit Reisemobilen unterwegs waren. Weil die ordentlichen Stellplätze auf den Campingplätzen oft voll besetzt waren, wurde an vielen Orten wild übernachtet. Dabei wurden weder Standplatzgebühren noch Kurtaxenbeiträge bezahlt. Es muss von einem grösseren Betrag ausgegangen werden, der den Berggemeinden dadurch entgangen ist.

Die Geschäftsleitung der Regionalkonferenz Oberland-Ost initiiert aus diesen Gründen einen Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Der Austausch soll allenfalls auch neue Vorschläge für den Umgang mit dieser Gästegruppe hervorbringen. «Auch bei einer weiteren Lockerung der Covid-19-Massnahmen muss damit gerechnet werden, dass künftig mehr Schweizer Gäste als früher Camperferien im eigenen Land verbringen», so die Regionalkonferenz. Eine der Voraussetzungen dafür sei, dass die Gäste geeignete Infrastrukturen vorfinden. «Was die Problematik des wilden Campierens angeht, ist die ganze Region gefordert.»

Zustupf an Bike-Masterpläne

Die Geschäftsleitung beantragt beim Kanton ferner einen finanziellen Beitrag an die Mountainbike-Masterplanungen in den Destinationen Jungfrauregion und Interlaken. Mit den regionalen Masterplänen sollen auf der Grundlage des im 2019 durch die Region verabschiedeten Mountainbike-Routenkonzepts nun konkrete Mountainbikerouten zur Umsetzungsreife gebracht werden. Dabei sollen auch die verschiedenen Interessengruppen einbezogen werden.

«Die Geschäftsleitung ist überzeugt, dass sowohl Wandern als auch Mountainbiken attraktive touristische Angebote sind, die sich in der Region Oberland-Ost auf sinnvolle Art ergänzen.» Sie fordert die zuständigen Regierungsräte Neuhaus und Ammann auf, das Mountainbiking im Kanton Bern aktiver zu unterstützen. Für touristische Angebotsentwicklungen wurden auf Antrag der Regionalkonferenz Oberland-Ost zwei neue Projekte mit insgesamt 150'000 Franken über das Instrument der neuen Regionalpolitik unterstützt.

Zehn Gemeinden der Region haben anlässlich der Regionalversammlung vom 24. Juni 2020 Verbesserungen in den kantonalen Planungsverfahren gefordert. Die Geschäftsleitung der Regionalkonferenz hat dieses Anliegen geprüft und unterstützt es. Sie verlangt von Regierungsrätin Evi Allemann eine zeitnahe Kommunikation zu den schon seit längerem laufenden Abklärungen bezüglich den Planungsverfahren.