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Langenthaler WortgeschichtenGänggele

Halb daneben ist fast getroffen: An dieser Stelle interpretiert Stadtliterat Alexander Estis Mundartwörter auf seine Weise.

Gänggele? Bei Alexander Estis sind es wahre Wunderschuhe.
Gänggele? Bei Alexander Estis sind es wahre Wunderschuhe.
Bild: Alexander Estis/PD

Kennt ihr das Märchen von den Wunderschuhen, Gänggele genannt? Es sind Schuhe, mit silbernen Schnallen, mit spitzem Schnabel, mit hölzernen Absätzen. Schuhe, die dich selbst tragen, an unvorstellbare Orte, an herrliche, paradiesische Stätten.

Geschustert wird dies Fusswerk, so erzählt man, seit vielen Jahrhunderten von sieben elsässischen Meistern. Stirbt einer der Meister, so tritt ein anderer an seine Stelle, und zwar einer, der ebenso viele Haare im Bart hat wie der vorige. Sie versammeln sich also in der anbrechenden Dämmerung, die sieben Meister, und schustern bis zum Morgengrauen die Schuhe in einer verborgenen Grotte, von roten Störchen bewacht. Nur an einem einzigen Tag im Jahr dürfen sich die Meister zu dieser Vollbringung versammeln – dann nämlich, wenn der Saturn im siebzehnten Haus steht und ausserdem im Zeichen der Viper.

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