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«Es schien mir weniger gefährlich, den Sieg zu suchen»

Vladimir Petkovic lobte nach dem Sieg gegen Serbien den Charakter seiner Mannschaft.

Gab viel zu reden: Mit dem Doppel-Adler feiert Xhaka seinen Ausgleichstreffer gegen Serbien.
Gab viel zu reden: Mit dem Doppel-Adler feiert Xhaka seinen Ausgleichstreffer gegen Serbien.
Laurent Gillieron, Keystone
Auch Xherdan Shaqiri zelebriert sein Siegtor gegen Serbien mit dem Doppeladler.
Auch Xherdan Shaqiri zelebriert sein Siegtor gegen Serbien mit dem Doppeladler.
Martin Divisek, Keystone
Vor der Pause vor der Chef noch verstimmt: Petkovic hätte sich den Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit wohl auch anders vorgestellt.
Vor der Pause vor der Chef noch verstimmt: Petkovic hätte sich den Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit wohl auch anders vorgestellt.
Laurent Gillieron, Keystone
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An der EM vor zwei Jahren schaffte die Schweiz ein Comeback zum 1:1 gegen Rumänien und zumindest bis zum Penaltyschiessen auch eines in den Achtelfinals gegen Polen. In Russland kam sie im Startspiel nach dem Rückstand gegen Brasilien ebenfalls zu einem 1:1 und schaffte nun gegen Serbien nach der Pause die Wende zum 2:1-Sieg.

Die Charakterstärke dieser Auswahl ist bemerkenswert. «Wir haben in den letzten Jahren eine Siegermentalität entwickelt. Wir zeigen immer eine Reaktion. Das kommt auch daher, dass wir immer den Sieg suchen», sagte Petkovic nach dem Spiel.

Nicht nur leere Worte

Dass dies nicht nur leere Worte und Plattitüden sind, bewies Petkovic gegen Serbien in der zweiten Halbzeit und nach dem 1:1-Ausgleich seines Teams. Es war die Schweiz, die den Sieg mehr suchte, obwohl für sie auch ein Remis zu einer ansprechenden Ausgangslage vor dem letzten Spiel gegen Costa Rica geführt hätte.

«Wir hätten uns taktisch anders verhalten und versuchen können, das 1:1 zu verteidigen. Aber es schien mir gegen diesen Gegner mit seiner Physis und seiner Kopfballstärke weniger gefährlich, vorne hoch anzugreifen und den Sieg zu suchen.»

Begeistert von der Atmosphäre

Bis zum erlösenden Jubel in der 90. Minute mussten die Schweizer viele Widerstände überwinden. «Die Atmosphäre war toll, aber es waren viel mehr serbische Fans im Stadion. Sie waren für ihr Team der zwölfte Mann», so Petkovic.

Umso grösser die Erlösung bei den Schweizern nach den beiden Treffern. Dass die Torschützen Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, zwei Spieler mit Wurzeln im Kosovo, ihre Tore mit der Geste des albanischen Doppeladlers feierten, wurde rasch zum Hauptthema dieses Spiels.

Petkovic hebt den Mahnfinger

Petkovic versuchte Distanz zu halten zur politisch mehr als heiklen Debatte. «Wir trennen Sport und Politik. Das halte ich genauso wie der Verband und die Spieler. Wir sind neutral und dies auf und neben dem Platz.» Aber dann hob er doch noch den Warnfinger in Richtung Medien und meinte ironisch: «Ich danke dafür, dass man noch Benzin ins Feuer gegossen hat.»

Lieber als über Shaqiris emotional aufgeladenen Jubel sprach Petkovic über die Leistung seines zum «Man of the Match» gewählten Offensivspieler. «Er hat eine sehr gute zweite Halbzeit gemacht. Wenn er Lust hat, viel physische Arbeit zu leisten, dann ist er zu solchen Darbietungen fähig. Diese Mentalität muss sein Weg sein für die nächsten Spiele.»

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