Seeüberquerung: In 1 Minute 59 Sekunden über den Zürichsee

Video

Tausende von Schwimmern überquerten am Mittwochnachmittag den Zürichsee. Die Sportler links, die Spazierschwimmer rechts der Bojen. Bernerzeitung.ch/Newsnetz war mit der Kamera mitten drin.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz überquert den Zürichsee: 1500 Meter im Zeitraffer.
Pia Wertheimer@Wertli

Punkt 15 Uhr schickte Urs Kessler, OK-Präsident der Zürcher Seeüberquerung, die ersten Schwimmer ins Wasser. «Damit alles reibungslos verläuft, müssen wir einen strengen Fahrplan einhalten.» Weil das Organisationskomitee den Anlass mit der Schiffahrt koordiniert hatte, durfte niemand vorher ins Wasser.

Zu Beginn habe sie in dem Gedränge Ellbogen und Fusstritte einstecken müssen, erzählt Pia Wertheimer, die schwimmende Reporterin von Bernerzeitung.ch/Newsnetz. «Aber nach 100 Metern schwammen wir im offenen See und hatten genug Platz.»

Sportler links, Spazierschwimmer rechts

Die Veranstalter der Seeüberquerung haben sich für den Grossanlass organisatorisch gewappnet: Damit es zwischen schnellen und langsamen Schwimmern nicht zu Gehässigkeiten kommt, schwimmen dieses Jahr die leistungsorientierten Teilnehmer links der Bojen, die Spazierschwimmer rechts.

Wertheimer, die abwechslungsweise links und rechts der Bojen schwamm, berichtet, bei den Schnellschwimmern sei die Stimmung ruhig, konzentriert und zielgerichtet gewesen. Anders auf der rechten Seite: «Die Spazierschwimmer plauderten zusammen. So erzählten sich zwei Frauen ihre neuesten Beziehungsprobleme, eine Männergruppe hinter mir prahlte mit ihren sportlichen Exploits», erzählt Wertheimer.

Ab und an hätten die Schwimmer auch einige Worte mit den Rettungsschwimmern gewechselt, die im Abstand von rund 50 Metern in kleinen Booten beidseitig die Strecke sicherten. Fünf Bojen zeigten den Schwimmern die Distanz an, die sie bereits zurückgelegt hatten. Wertheimer schnappte bei der Kilometermarke 1100 Meter auf, wie eine Schwimmerin stolz zu ihrer Begleiterin sagte: «Bald haben wirs geschafft.» Tatsächlich sei das Ziel am Ufer bereits zu erahnen gewesen.

Seit 13 Uhr verbindet ein Band bunter Badekappen die Badeanstalten Mythenquai und Tiefenbrunnen. Bis 18 Uhr sind die Kassen am linken Seeufer geöffnet, später werden keine Schwimmer mehr zugelassen. Die Seeüberquerung unterliegt aber nicht nur einer zeitlichen Beschränkung: Auch die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Aus Sicherheitsgründen werden höchstens 10'000 Schwimmer ins Wasser gelassen.

Erster Rekord schon vor dem Start

Die Prognosen der Wetterfrösche sahen am Mittwochmorgen für die Seeüberquerung gut aus: Felix Baum, Meteorologe von Meteonews, prognostizierte freundliches Wetter. «Wir erwarten einen Wolken-Sonnen-Mix bei Temperaturen von 27 Grad.»

Trotzdem war Baum froh, nicht in den Schuhen der Veranstalter zu stecken. Es bestand nämlich ein kleines Restrisiko, dass ein Gewitter aufziehen würde. Die Gefahr, dass es zwischen 15 und 17 Uhr blitze und donnere, schätzte der Meteorologe auf 15 Prozent ein. «Ich würde nicht wetten, dass es trocken bleibt, denn die aktuelle Südwestlage ist heimtückisch und immer für Überraschungen gut.»

Fest stand für den Wettermann, dass mit 25 Grad die Wassertemperaturen für einen derartigen Anlass ideal sind. Dieser Meinung war auch eine Sprecherin vom Sportamt der Stadt Zürich. Sie spricht gar von einem Rekord: «Das Wasser ist so warm wie noch nie an einer Seeüberquerung.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...