Das Lampen-Unikum vom Helvetiaplatz

Sie zählt zu Zürichs seltensten Strassenlaternen: Die «Venusleuchte» am Helvetiaplatz. Doch ihre Tage sind gezählt.

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Martin Huber@tagesanzeiger

Sie sieht aus wie ein Riesentrichter. Oder wie eine umgekehrte Boje. Und sie erinnert irgendwie an einen Imkerhut. Die Strassenlaterne am Helvetiaplatz fällt designmässig aus dem Rahmen. Tatsächlich hat es die Leuchte in sich – punkto Namen und Seltenheit. «Es handelt sich um eine ‹Venusleuchte› aus dem Jahr 1994», erklärt EWZ-Sprecherin Esther Rutz.

Das Modell gehört zu den seltensten Strassenlaternen Zürichs: In der ganzen Stadt sind noch genau sechs solcher Leuchten installiert: zwei am Helvetiaplatz und vier beim EWZ-Hauptgebäude an der Tramstrasse in Oerlikon.

Lampe erfüllte Erwartungen nicht

Die Venusleuchte sollte eine Brenndauer von zirka 60'000 Stunden haben, wie Rutz erklärt. Das EWZ habe sie vor 20 Jahren versuchsweise installiert. «Damals war dies die erste Leuchte mit einer Induktionslampe als Leuchtmittel.» Von der Weltneuheit von Philips versprach sich das EWZ eine längere Lebensdauer und damit weniger Unterhaltsaufwand. Doch die Leuchte bewährte sich nicht. Rutz: «Leider haben wir festgestellt, dass das Leuchtmittel nicht so lange hält, wie es die Herstellerangaben versprachen.»

Immerhin: Für die Venusleuchte sprachen ihre im Vergleich zu den damaligen Quecksilberdampflampen angenehmere Lichtfarbe. Wie viel das EWZ damals für die Venusleuchte bezahlte, ist laut Rutz nicht mehr eruierbar. Heute entspricht die Induktionslampe weder dem neuesten Stand der Technik noch modernen Energiestandards. Das EWZ setzt immer mehr auf LED-Leuchtmittel. Diese versprechen ein Sparpotenzial, weil sich mit weniger Energie eine bessere Ausleuchtung erreichen lässt. «Die technische Entwicklung läuft rasant und die Ablösung wird innerhalb weniger Jahre erfolgen», sagt Rutz.

Die Venusleuchte ist deshalb ein Auslaufmodell. Erhältlich ist sie laut Rutz schon seit einer Weile nicht mehr, und wenn die letzten Ersatzteile aufgebraucht sind, wird sie abmontiert.

Trouvaille am Weinbergfussweg

Den Titel der seltensten Strassenlaterne Zürichs beansprucht aber eine andere Lampe: Sie steht am Weinbergfussweg in der Nähe des Centrals. Die dortige Laterne gilt als Unikat, sie kommt laut EWZ nur ein einziges Mal in Zürich vor. Seit wann sie am Weinbergfussweg steht, lässt sich laut EWZ nicht mehr sagen. Andere Lampen mit sehr geringer Stückzahl finden sich etwa an der Münster-, Rudolf-Brun- und Stauffacherbrücke oder am Steinwiesplatz.

Laut dem EWZ gibt es auf Stadtzürcher Strassen rund 42 verschiedene Lampenmodelle, insgesamt sind rund 60'000 Lampen in Betrieb.

Berlin: Quartettspiel mit Laternen

Verschiedene Laternentypen kennt man nicht nur in Zürich. In Berlin haben sie inzwischen selbst Spielehersteller auf den Plan gerufen: Seit einiger Zeit ist ein Quartettspiel auf dem Markt, das Strassenbeleuchtungen der deutschen Hauptstadt zeigt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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