Football Leaks: Untersuchung gegen Walliser Staatsanwalt

Der Oberwalliser Staatsanwalt Rinaldo Arnold soll Geschenke von Fifa-Präsident Gianni Infantino angenommen haben. Jetzt wird ermittelt.

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Gegen ihn läuft eine Untersuchung: Staatsanwalt Rinaldo Arnold.

(Bild: Keystone)

Christian Brönnimann@ch_broennimann

Die Walliser Staatsanwaltschaft untersucht die Vorwürfe gegen Rinaldo Arnold, einen ihrer eigenen Kaderermittler. Zu diesem Zweck setzt sie jetzt einen ausserordentlichen Staatsanwalt ein. Dieser werde «mit der Feststellung des Sachverhalts und der Abklärung einer allfälligen strafrechtlichen Relevanz» beauftragt, kündigte die Staatsanwaltschaft gestern per Communiqué an. Weitere Informationen machte sie nicht. So bleibt vorerst offen, wer die Untersuchung führen wird und bis wann sie abgeschlossen sein soll.

Rinaldo Arnold wird vorgeworfen, von Fifa-Präsident Gianni Infantino exklusive Einladungen angenommen zu haben, unter anderem an die Fussball-WM letzten Sommer in Russland und an den Fifa-Kongress in Mexiko 2016. «Ich möchte mich noch einmal bedanken für die Einladung nach Mexico. Es war interessant und spannend», schrieb Arnold an Infantino im Mai 2016. Weitere Dokumente zeigen, dass die Gefälligkeiten auch in die andere Richtung gingen. Arnold fädelte für Infantino im Frühling 2016 ein vertrauliches Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber ein, zu dem er ihn dann begleitete. Und er bot Infantino seine Hilfe erneut an, als die Bundesanwaltschaft Ermittlungen aufnahm wegen TV-Rechte-Verträgen, die Infantino unterschrieben hatte.

«Ich pflege rein privaten Kontakt zu Herrn Infantino. Er ist ein Kollege von mir, seit Jahren.»Staatsanwalt Rinaldo Arnold

Arnold bestreitet, unrechtmässige Vorteile angenommen zu haben. «Ich pflege rein privaten Kontakt zu Herrn Infantino. Er ist ein Kollege von mir, seit Jahren. Unsere Kollegschaft hat nichts mit meiner beruflichen Tätigkeit zu tun.» Es gilt die Unschuldsvermutung.

Publik wurden die Vorwürfe durch Football-Leaks, ein riesiges Datenleck aus dem Innersten des weltweiten Fussballgeschäfts. Das Recherchedesk von Tamedia und «Das Magazin» haben als Teil eines Journalistennetzwerks letzten Samstag darüber berichtet.

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