Fall Mörgeli: Uni Zürich räumt Fehler ein

Die Entlassung von Iris Ritzmann sei «nicht gut» gelaufen, sagte Rektor Michael Hengartner gegenüber der «NZZ am Sonntag». Ritzmann kritisiert derweil ein Gutachten zu ihrer Entlassung als voreingenommen.

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Die Universität Zürich habe Fehler gemacht im Fall um den entlassenen Titularprofessor Christoph Mörgeli. Dies räumte der neue Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, im Interview mit der «NZZ am Sonntag» ein. Vor allem die Entlassung der Professorin Iris Ritzmann «lief nicht gut», wie Hengartner sagt. «Wir müssen die Entscheidungsprozesse verbessern.» Die Politik werde nicht mehr lange Geduld haben. Hengartner reagiert zudem scharf auf die Attacken der SVP gegen deutsche Professoren an der Universität Zürich. «Ich toleriere nicht, dass unsere Professorinnen und Professoren aufgrund ihrer Herkunft attackiert werden», sagt er. Diese Wissenschaftler leisteten eine grossen Einsatz zugunsten der nächsten Generation und des Wirtschaftsstandorts. Eine Einschränkung der Personenfreizügigkeit durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative hätte negative Folgen für die Schweizer Hochschulen, sagt Hengartner. Er tritt am 1. Februar die Nachfolge des vorzeitig zurückgetretenen Andreas Fischer an.

Ritzmann schlägt zurück

Die im Zusammenhang mit der Affäre Mörgeli von der Universität Zürich entlassene Titularprofessorin Iris Ritzmann übt scharfe Kritik an einem Gutachten der Universität Zürich. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat Ritzmann auf der Webpage eines Unterstützungsvereins eine entsprechende 16-seitige Entgegnung publiziert. Das Gutachten war vom ehemaligen Chef des Bundesamts für Justiz, Heinrich Koller, erstellt worden und war zum Schluss gekommen, dass Ritzmanns Entlassung vertretbar war. In ihrer detaillierten Entgegnung wirft Ritzmann Koller Voreingenommenheit vor. Koller habe sich bei seinen Untersuchungen mit den von der Universitätsleitung vorgelegten Akten und Auskünften begnügt. Damit habe er die Sicht der Uni kritiklos übernommen. Zudem äussere er sich in seinem Gutachten vorverurteilend. Insgesamt enthalte das Gutachten «gravierende Fehldarstellungen, Verzerrungen, Auslassungen, Unterstellungen und Widersprüche», schreibt Ritzmann, gegen die ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung geführt wird.

sly

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