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Kritik an Kosten für Rastplatz«Fahrende sollen bitteschön für sich selber aufkommen»

Autofahrer zahlen über Steuern Hunderttausende Franken an den Rastplatz für Fahrende in Wileroltigen. Die meisten Leserinnen und Leser haben dafür null Verständnis.

Fahrende auf dem Rastplatz in Wileroltigen.
Fahrende auf dem Rastplatz in Wileroltigen.
Foto: Raphael Moser

Diese Neuigkeit kam bei den Leserinnen und Lesern nicht gut an: Acht Monate waren Fahrende diesen Sommer zu Gast auf dem Autobahnrastplatz Wileroltigen. Das Provisorium verursachte hohe Kosten: 850’000 Franken Aufwand, nur 12’000 Franken Einnahmen (hier lesen Sie den Artikel). Besonders teuer war der Einsatz von Sicherheitsleuten einer privaten Firma, der 70’000 Franken pro Monat kostete. Wer bezahlt? In erster Linie die Autofahrer, nämlich über die Mineralölsteuern und die Autobahnvignette.

So reagierten die Leserinnen und Leser:

Für alles Andere, zum Beispiel für von Corona gebeutelte Bürger – alte Leute, die ein Leben lang gearbeitet haben und noch ihre kleine AHV versteuern müssen – ist kein Geld vorhanden. Für ausländische Fahrende, die uns nichts – überhaupt nichts – als Kosten bescheren kann man fast eine Million Steuergelder ausgeben. Onlinekommentar von Beat Dick

Mit Erstaunen lese ich, dass sich gemäss Aussagen von Mark Siegenthaler vom Astra die Kosten recht einfach erklären lassen: Der private Sicherheitsdienst kostet pro Monat für zwei Mann 70’000 Franken. Nun ist mein Anspruch an eine Tageszeitung, dass der Journalist solch horrende Zahlen hinterfragt. Leider wurde hier nicht nachgefragt. Und dies ist für das Astra nur ein Kleinprojekt. Bei dieser Vorgehensweise lässt sich nur erahnen, wie viel Steuergelder bei grösseren Projekten verschleudert werden. Und ich als Steuerzahler und Autofahrer kann nur noch staunen. Leserbrief von Martin Loeffel, Muntelier

Das wusste man. Man sollte jetzt nicht überrascht tun. Den Lebensentwurf Anderer zu bezahlen, scheint mittlerweile eine Art Tugend der Schweizer geworden zu sein. Früher waren die Leute irgendwie gescheiter. Nun ja, selber schuld. Onlinekommentar von Fritz Müller

Solche Kosten müssen dem Verursacher belastet werden. Ist das nicht möglich, muss der Platz für Fahrende gesperrt werden. Es kann doch nicht sein, dass wir Normalbürger diese Lebensform finanzieren. Die sollen bitteschön für ihre Lebenskosten selber aufkommen. Onlinekommentar von Reto Krähenbühl

Was haben den die beiden Angestellten der privaten Sicherheitsfirma für einen Lohn, wenn pro Mitarbeiter/Monat 35'000 Franken in Rechnung gestellt werden? Was waren die ausschlaggebenden Kriterien für die Vergabe dieses Auftrags? Hier muss eine Firma gefunden werden, welche sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. Eine separate Toilettenanlage, okay, aber dann muss dafür gesorgt werden, dass die Fahrenden diese auch in sauberem Zustand halten und selber auf ihre Kosten reinigen. Wenn ich mit einem Camper oder Wohnwagen auf einen Stellplatz fahre, entrichte ich Gebühren und muss gewisse Regeln beachten. Onlinekommentar von Martin Schmid

Oh Schreck. Jetzt zeigt man wieder empört auf Fahrende. Das sind Strukturkosten von der Politik beschlossen und unserer Verwaltung ausgeführt. In normalen Jahren wird es den Platz auch brauchen. Ist auch gut so. Onlinekommentar von Christian Gerber

1 Kommentar
    Jörg Kramer

    Vor der Abstimmung wurde seitens der Befürworter verbreitet: „Dem Kanton entstehen keine Kosten..“. „Ein Platzwart nimmt von den Fahrenden Gebühren ein“. Leere Worte, wie zu beweisen war. CHF 840‘000, damit hätten allen EL-Bezügern und Menschen am Rande im Kanton Bern die Steuern erlassen werden können. Statt den mit oberklassigen Autos und chicken Wohnwagen anreisenden Fahrenden den Aufenthalt zu versüssen. Wobei ich denen ihre Fahrhabe gönne. 2020 sollte nun das letzte Mal gewesen sein, dass denen Gebühren verlangt wird, die die Kosten nicht decken. Eigentlich müsste der Platz etwas Gewinn abwerfen, um an die getätigten Investitionen beizutragen. Und die Stiftung für Fahrende soll jetzt einen Teil dieses Defizites übernehmen. Wer A sagt, muss auch B sagen!