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LeserreaktionenEwiggestriger Patriotismus, der sich in Fahnen zeigt

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Ein Leser plädiert für eine textilfreie Berner Altstadt
Ein Leser plädiert für eine textilfreie Berner Altstadt
Foto: Getty Images/iStockphoto

Zu «Polizei sagt Autotunern den Kampf an»

Höchste Zeit für Lärmradaranlagen

In Niederwangen üben sich immer noch regelmässig solche Lärmverursacher darin, vorwiegend an Wochenenden spätnachts die Leute zu ärgern und zu belästigen. Und seit dem Bericht in dieser Zeitung vor einem Jahr eher noch fast mehr. Alle hier wissen, wo sie sich treffen, wo es beginnt. Manchmal dauert dies bis 3 Uhr in der Früh, natürlich nicht konstant, aber punktuell. Es wäre höchste Zeit, dass man an solchen Stellen Lärmradaranlagen aufstellen würde, die dauernd und rund um die Uhr in Betrieb sein müssten und man dann entsprechend die Verursacher bestrafen könnte.

Anne Sollberger, Niederwangen

Solche Boliden aus dem Verkehr ziehen

Was viele nicht wissen: «Fortgesetztes unnötiges Herumfahren in Ortschaften, namentlich in Wohn- und Erholungsgebieten sowie nachts» ist gemäss Artikel 33 der schweizerischen Verkehrsregelverordnung strafbar. Wer angezeigt wird, muss mit einer Busse rechnen. Ich gehe so weit, dass solches Lärm-Tuning, absolut zu verbieten ist. Niemand hat das Recht, die Umwelt mit Motorenlärm zu vergewaltigen. Diejenigen sollen auf die Rennstrecke gehen, wenn sie ihre Gier nach Lärm nicht im Zaum halten können. Ich finde es so was von an der Zeit, dass solche Boliden aus dem Verkehr gezogen werden. Hier hätte das Astra längst aktiv werden und auch die Hersteller in die Pflicht nehmen müssen.

Onlinekommentar von Martin Schmid

Wieso werden nicht die Werkstätten geschlossen?

Solche Betriebe machen illegale Abänderungen an Fahrzeugen. Wieso schliessen die Behörden solche Werkstätten nicht? Ich fahre selber entsprechende Fahrzeuge mit Hubraum und viel PS. Aber original ab Werk und bar bezahlt.

Onlinekommentar von Frank Wäckerli

Zu «Nationalbank plant Grosses in der Marktgasse»

Ewiggestriger Patriotismus, der sich in Fahnen zeigt

Grosse Baustellen erfordern grosse Massnahmen. Die Nationalbank ärgert uns mit ihrer Plattform ja schon seit Jahren. Aber der wirkliche «Einschnitt ins Stadtbild» sind diese unsäglichen Fahnen. Kann mir bitte jemand sagen, wofür sich die Stadt im Corona-Sommer 2020 herausputzt? In diesem Jahr findet kein Frauenlauf, kein Grandprix und keine wirkliche Bundesfeier statt. Zudem hat es in diesem Sommer kaum Touristen. Gerade diesen Unentwegten schulden wir die unverstellte Schönheit unserer barocken Fassaden. Und uns Corona-Gestressten Daheimgebliebenen auch. Was ist das für ein ewiggestriger Patriotismus, der sich in Fahnen manifestiert. Feldzeichen! Wir sind doch nicht im Krieg. Wir und unsere Freunde aus aller Welt haben endlich eine textilfreie Altstadt verdient.

Stefan Herrenschwand, Spiegel

Zur Abstimmung über die Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer

Keine Familienförderung sondern ein Reichenbonus

Ursprünglich sollten die Steuerabzüge für Kosten der Drittbetreuung von Kindern erhöht werden. Die Steuereinbussen bei der direkten Bundessteuer waren auf 10 Millionen Franken beziffert. Das bürgerlich dominierte Parlament hat dann in die Vorlage eine Erhöhung der Kinderabzüge von 6‘500 Franken auf 10‘000 Franken hineingepackt, was zu Steuereinbussen für Bund und Kantone von 370 Millionen führen wird. Unfair ist dabei, dass nur die einkommensstärksten 20 Prozent der Familien mit Kindern profitieren könnten, während 80 Prozent der Familien praktisch leer ausgehen würden. Was als Massnahme zur Familienförderung verkauft wird, ist in Tat und Wahrheit ein Reichenbonus. Das wird dazu führen, dass das Geld für eine echte Familienförderung – Verbilligungen der Krankenkassenprämien oder von Kita-Plätzen – fehlen wird. In Zeiten von Corona sind Steuergeschenke an Gutsituierte unverantwortlich und für einen Grossteil der Familien ein Schlag ins Gesicht.

Hanspeter Berger, Unterseen