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Die Gewinner des 9. «Der Bund»-Essay-Wettbewerbs sind gekürt

An der 9. «Der Bund»-Essay-Preisverleihung in der Berner Dampfzentrale fiel die Wahl des Publikums auf den Essay von Romana Ganzoni. Sie gelangte mit knappem Vorsprung auf Rang eins und gewann mit dem Text «Die achte Plage» ein Preisgeld von 5000 Franken.

Essay Wettbewerb Preisverleihung.
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Manu Friederich
Essay Wettbewerb Preisverleihung.
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Manu Friederich
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Manu Friederich
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Nach Romana Ganoni gewann auf Rang zwei Marie T. Martin mit «Club der gebrochenen Herzen» 2‘500 Franken, das Preisgeld von 1‘500.- Franken für Rang drei erhielt Peter Weibel mit «Hannah». Das Thema des 9. «Der Bund»-Essay-Wettbewerbs war die Liebe in der heutigen Zeit: «All you need is love» - oder finden Sie das doof? 166 Menschen aus der Schweiz, Österreich und Deutsch-land reichten ihre Wettbewerbstexte ein. Das Publikum entschied anlässlich der Preisverleihung per Urnenabstimmung über die Rangierung der drei Gewinnertexte auf dem Podest. Hier die Laudatios der Jury:1. Preis: Romana Ganzoni, (geb. 1967), Celerina, mit «Die achte Plage» «Die achte Plage»: Schon der Titel ist unmissverständlich: Da macht sich jemand mit Furor und Lust daran, mit dem Sprachmeissel den dicken Zuckerguss abzutragen, den wir über unsere Liebesvorstellungen legen. Die Liebe wird befreit von allem Kitsch, von Esoterik und Wohlfühlgesülze. Was übrig bleibt, ist eine archaische, zerstörerische Kraft. Es ist ein Essay, der Klarheit schafft, indem er das teuflische Gebräu Liebe von Gefühlen und Werten wie Freundschaft überzeugend zu trennen versteht. Dieser wohltuend rastische Text mit den kräftigen Sprachbildern ist aber liebevoller als er tönt, weil er in der Schwebe lässt, ob die eine oder andere Übertreibung nicht doch ironisch gemeint ist. Veröffentlichung hier und in Der Bund: Samstag, 18. April 20152. Preis: Marie T. Martin, (geb. 1982), Köln, mit «Club der gebrochenen Herzen» Die Autorin gehört zum «Club der gebrochenen Herzen» und lässt keinen Zweifel daran, dass fast alle eine Mitgliedschaft beantragen könnten. Mit Humor und Feingefühl wird gezeigt, dass die Liebe stets eine Frage der «Perspektive» und der Konzepte ist und oft mit zu vielen Erwartungen befrachtet wird. Als «stilles, langsames, zärtliches Prinzip» kann die Liebe aber nicht auf die Zweisamkeit beschränkt werden und sie lässt sich nicht optimieren. Wenn am Ende des Essays der Vater plötzlich auf dem Cover der Beatles-Platte «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» jungenhaft grinsend erscheint, dann blitzt ein Happy-End auf, das über jeden Kitschverdacht erhaben ist. Veröffentlichung hier und in Der Bund: Samstag, 11. April 20153. Preis: Peter Weibel, (geb. 1947), Bern, mit «Hannah» Nüchtern und ungerührt beschreibt der Erzähler, wie wenig er verstanden hat von seiner verblühten Liebe. Man lauscht diesem sachten Abgesang auf eine Liebesgeschichte, man folgt den verschlüsselten Spuren mit den schwer erkennbaren Gesetzen,man ist froh über die Entdeckung, dass es auch ein Leben nach der Trennung gibt – ein Leben, das man genauso gestalten kann wie jenes vor dem Abschied. NormierendeEinsichten gibt es hier nicht, das ist die herausragende Qualität dieses Textes. Der Erzählfigur bleibt nichts übrig als das Staunen über Hannah und über sich. Veröffentlichung hier und in Der Bund: Samstag, 4. April 2015

Dank

Wir danken unseren Partnern und allen am Wettbewerb Beteiligten für die Unterstützung und die tolle Zusammenarbeit. Mit ihnen wird der «Der Bund» Essay-Wettbewerb mit Preisverleihung in der aktuellen Form erst möglich: Fondation Reinhardt von Graffenried, Haupt Buchhandlung, Dampfzentrale Bern.

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