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Stimmen zu Corona-PetitionenVon «durchhalten» bis «es reicht»

Die einen reagieren mit scharfer Kritik auf die Öffnungs-Forderungen der Bürgerlichen, die anderen unterstützen die sofortige Öffnung von Restaurants und Läden. So denkt unsere Leserschaft über die Petitionen.

Leroy Bächtold, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Stadt Zürich, «serviert» die Unterschriften, hinten steht SVP-Präsident Marco Chiesa.
Leroy Bächtold, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Stadt Zürich, «serviert» die Unterschriften, hinten steht SVP-Präsident Marco Chiesa.
Bild: Peter Klaunzer (Keystone)

Wenn die Zahlen durch die Decken gingen oder gehen, dann hört man von diesen Kreisen überhaupt nichts mehr. Die SVP und FDP haben die Mehrheit im Bundesrat und schiessen gegen ein SP-Mitglied? Das finde ich hinterhältig und eine Sauerei. Onlinekommentar von Michael Kölliker

Die Damen und Herren des Bundesrats, vom BAG und der Taskforce sollen endlich eine kohärente Strategie mit verschiedenen Szenarien formulieren. Die vulnerablen Personen schützen, durch die Möglichkeit von (Massen-)Schnelltests in deren unmittelbarem Umfeld, vorgenommen von geschultem Personal in den Alters- und Pflegeheimen. Ich behaupte nicht, dass der Bundesrat, das BAG und die Taskforce alles schlecht gemacht haben, aber ihr Krisenmanagement war und ist in entscheidenden Punkten miserabel. Onlinekommentar (gekürzt) von Maurus Candrian

«Es reicht, Herr Bundesrat Berset!» Der Slogan zeigt, wie die Initianten ticken. Da wird primitiv auf den Mann geschossen, obwohl der Gesamtbundesrat entscheidet. Und darin sitzen zwei SVP und zwei FDP Politiker/-innen. Sprich: Die Bürgerlichen haben im Bundesrat die Mehrheit. Es ist grotesk, wie die Initianten die Erfolge der letzten rund zwei Monate mit sinkenden Fallzahlen grobfahrlässig aufs Spiel setzen wollen. Über manche Öffnungen kann man sicher diskutieren, zum Beispiel über jene von Schuh- und Sportgeschäften oder allgemein von Sportangeboten. Aber Bars wieder zu öffnen, oder auch Restaurants – sorry, aber das liegt nun wirklich nicht drin. Onlinekommentar (gekürzt) von Oliver Schmid

Die Leute sind zum Teil total verängstigt und denken dass Covid-19 hinter jeder Hausmauer lauert. Hygienemassnahmen sind absolut nötig, die Krankheit ist überhaupt nicht lustig – aber habt bitte keine Angst vor dem Leben. Besonders wenn man der jungen Generation angehört. Auch dann ist die Krankheit kein Zuckerschlecken, aber durchlebbar, falls es einen doch erwischt. Die vulnerablen Leute muss man unbedingt schützen, aber nicht alle wollen vor lauter Angst solch einen hohen, gesellschaftlichen Preis zahlen. Onlinekommentar von Monika Büsi

Es gibt Leute, welche jahrelang Medizin studieren, um sich danach auf Virologie zu spezialisieren. Es gibt Leute, welche sich in der Politik tummeln und sich «bürgerlich» nennen, um in einer weltweiten Pandemie auf der Grundlage entscheiden, was ihnen bei der nächsten Wahl am meisten Stimmen bringt. Das letzte Jahr hat es glasklar gezeigt, dass die Virologen doch einiges mehr korrekt voraussagten als bürgerliche Politiker. Der volkswirtschaftliche Schaden ist geringer, wenn wir jetzt einfach noch etwas durchhalten und miteinander dies durchziehen können. Geld, um diese Durststrecke zu überwinden, ist trotz bürgerlichem Gejammer genug da – wenn nicht in der Schweiz, wo dann? Onlinekommentar (gekürzt) von Alex Schär

Diese Debatte ist Gott sei Dank sowieso bald irrelevant, wenn nämlich die Risikogruppen geimpft sind. In ein bis zwei Monaten also bitte alles öffnen und mit diesem Wahnsinn aufhören. Wir dürfen unsere Kinder nicht weiter quälen und die Wirtschaft nicht weiter in den Boden stampfen. Klar ist, dass die Staatsbediensteten das anders sehen, weil sie ihre Kohle sowieso bekommen. Bei den anderen wird die Existenz für nichts zerstört.Onlinekommentar von Christina Wagner

Ich finde, wir sollten jetzt noch einmal auf die Zähne beissen und noch einen Monat Lockdown durchhalten. Klar wäre es schön, wenn Anfang März die Läden und Restaurants wieder aufgingen, aber es wäre umso schlimmer, wenn wir nach einem Monat wegen der dritten Welle wieder alles zumachen müssten. Besser, wir bringen den Winter hinter uns und öffnen im Frühling. Onlinekommentar von I. Dinkel

Es reicht wirklich und ist absolut übertrieben, dass Restaurants zu gewissen Zeiten nicht öffnen können. Die Damen und Herren des Bundesrats müssen das ja nicht ertragen, in der Kälte zu arbeiten. Gestern nahm ich den Zug von Visp nach Bern. Er war übervoll mit Personen, von Social Distancing keine Spur. Was geht da ab? Onlinekommentar von Bernhard Erne

Ich staune, wie SVP und FDP die Wirtschaft unseres Landes zerstören wollen. Restaurants wieder öffnen? Die paar Rechtspopulisten, die sich im Restaurant anstecken lassen wollen, bringen den Wirten nur minimalen Umsatz. Aber wenn die Restaurants öffnen dürfen respektive sollen, gibt es keine Härtefallentschädigungen oder Kurzarbeit mehr. Rasche Konkurse sind die direkte Folge. Warum wollen die Bürgerlichen all diese Betriebe kaputt machen? Onlinekommentar von D. Krebs

Verstehe ich das richtig? Wir sollen diesen Wischiwaschi-Lockdown durchhalten, dann machen wir schrittweise alles wieder auf und basteln uns dank den Mutationen, die uns Skifahrer und Touristen gerade einschleppen, eine dritte Welle und fangen von vorne an? Die Bürgerlichen machen es sich zu einfach, wenn sie jetzt «Öffnen» schreien. Ihre Argumentation ist also, dass man ohne Lockerungen die Bereitschaft der Menschen verliert, bei den Verschärfungen mitzumachen, die wegen der Lockerungen sehr bald wieder nötig sein werden. Die No-Covid-Strategie wäre ein Ausweg aus dieser Achterbahnfahrt von Lockdown-Öffnen-Lockdown. Es gibt Belege, dass diese Strategie funktioniert, zum Beispiel in Neuseeland oder Australien. Und nein, man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, ein solches Vorgehen ginge nur bei Inseln. Mit einer konsequenten No-Covid-Strategie könnte es Europa geschlossen respektive gemeinsam in weniger als drei Monaten schaffen. Onlinekommentar von Nina Meier

Hohe Corona-Fallzahlen bewirken harte Massnahmen, harte Massnahmen bewirken sinkende Fallzahlen und ergeben ein Versagen von Bundesrat und insbesondere von Alain Berset. So einfach ist die Logik der Initianten, wenn es offensichtlich nur darum geht, unsere Landesregierung und insbesondere unseren Gesundheitsminister zu verunglimpfen. Schade nur, dass sich Hunderttausende davon haben mitreissen lassen. Politik als Abstand vom Anstand scheint seit längerem Mode zu sein. Markus Ischi, Langenthal