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LeserreaktionenEs ist an der Zeit, dass Zoos verschwinden

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Der Zoo Zürich verliert dieses Jahr zum zweiten Mal ein neugeborenes Elefantenkalb.
Der Zoo Zürich verliert dieses Jahr zum zweiten Mal ein neugeborenes Elefantenkalb.
Foto: Sabina Bobst

Zu «Eine wahre Elefantengeburt»

Ein Relikt aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert

Mich wundert es nicht, dass solche Tragödien passieren, vor allem in Gefangenschaft; aber eben nicht in freier Wildbahn. Elefanten sind Wanderer, stets unterwegs und gehören nicht eingesperrt. Es ist an der Zeit, dass Zoos jeglicher Art endlich verschwinden. Sie sind ein Relikt aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert. Wir Menschen halten uns immer noch für die Krone der Schöpfung und glauben, wir hätten das Recht, einige unserer gleichberechtigten Erdenbewohner lebenslänglich zum Begaffen einzusperren.

Ueli Feuz, Burgdorf

Zitat des Tages

«Es ist an der Zeit, dass Zoos jeglicher Art endlich verschwinden.»

Ueli Feuz, Burgdorf

Zu «Mit 40 Milliarden die Natur zerstören»

Immer grösser, schneller und breiter

Die Anreize sind durch die Agrarpolitik falsch gesetzt: Wer aufgrund der bewirtschafteten Flächen überproportional viel öffentliche Mittel erhält, muss investieren, um nicht mit zu vielen Eigenmitteln aus dem Subventionsraster zu fallen. Dazu eignet sich der Maschinenpark bestens, um auch gleich den Stolz des Bauern zu befriedigen. Immer grösser, schneller und breiter begegnen uns die Landwirtschaftstransporte auf Feldwegen und Strassen. Bestimmt wird die Idee einer systematischen Verbreiterung des Strassennetzes wieder aufkommen, wenn dieser Unvernunft nicht Einhalt geboten wird. Im Katalog der fehlgeleiteten Subventionen der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist auch dieser Aspekt angesprochen. Er passt zum Auftrag des Parlamentes an den Bundesrat, die künftige Agrarpolitik umfassend zu überdenken.

Paul Messerli, Grafenried

Zu «Ritters grosser Sieg: Landwirtschaftsreform ist vertagt»

Kompliziert und administrativ aufwendig

Einmal mehr hat der Ständerat gezeigt, dass unser demokratisches Zweikammersystem gut ist und dass der Ständerat seine wichtige Rolle als ausgleichendes und vernünftiges Gremium wahrnehmen will. Ich hoffe, dass der Entscheid der Kommission so umgesetzt wird und dass man sich vertieft Gedanken macht. Immer wieder ganz neue Agrarsysteme sind für die Planungssicherheit der Bauern sehr gravierend und kosten viel Geld für die Betriebsanpassungen. So etwas kennt man in der Schweiz in keinem andern Wirtschaftszweig. Die vorgesehene Reform wurde vor der Coronazeit ausgedacht. Wir haben zwar einen guten Verfassungsartikel über die Versorgungssicherheit. Aber hier wollte man tatsächlich den Selbstversorgungsgrad senken. Das darf nicht sein. Bereits das heutige System ist kompliziert und administrativ aufwendig. Auf unserem kleinen Bio-Betrieb kostet die jährliche Kontrolle durch Bioinspecta gut 1000 Franken.

Hans Schüpbach, Biembach

Zu «Politik hat einen kapitalen Bock geschossen»

Können wir grössere Zusammenhänge erkennen?

Bei der Abstimmung zum neuen Jagdgesetz wird sich zeigen, ob die Schweizer zu einer fortschrittlichen Gesellschaft herangewachsen sind, oder immer noch in infantilen Denkmustern aus dem Reich der Märchen feststecken. Sind wir fähig, grössere Zusammenhänge in der Natur zu erkennen? Denn die Anwesenheit des Wolfes erhält und stärkt die Gesundheit des Waldes, indem junge Bäume besser vor Verbiss geschützt sind. Oder halten wir fest an der unreflektierten und ewig gestrigen Haltung, die nur die unmittelbaren Schäden am eigenen Wohlstand sieht? In Zeiten eines weltweiten, durch den Menschen verursachten Artensterbens ein solches Gesetz durchzuwinken, wäre ein weiteres unentschuldbares Vergehen an der ohnehin schon schwer misshandelten Schöpfung. Den einfältigen Zwangstraditionalisten in den Reihen der Befürworter ist leider immer noch nicht klar geworden, dass auch andere Leute in ihrem Berufsleben zuweilen Problemen begegnen, welche sie nicht einfach über den Haufen werfen können.

Roman Frischknecht, Ostermundigen