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Interview mit Viola Amherd«Der Turnverband muss jetzt aufräumen»

Erstmals spricht die Bundesrätin über den Quälskandal von Magglingen und zeigt sich erschüttert. Sie will fehlbare Verbände bestrafen können und sagt, Geld sei «die einzige Sprache, die einige verstehen».

«Es scheint, als sei Geld die einzige Sprache, die einige verstehen»: Bei Fehlverhalten will Bundesrätin Viola Amherd den Sportverbänden künftig rascher Mittel entziehen.
«Es scheint, als sei Geld die einzige Sprache, die einige verstehen»: Bei Fehlverhalten will Bundesrätin Viola Amherd den Sportverbänden künftig rascher Mittel entziehen.
Foto: Adrian Moser

Wie nah gingen Ihnen die Schilderungen der Turnerinnen von Magglingen?

Die Berichte haben mich erschüttert. Schon bevor ich politisch tätig wurde, habe ich mich für Kinder- und Jugendschutz eingesetzt, damit genau solche Fälle nicht passieren. Kinder und Jugendliche müssen in einem vertrauensvollen Umfeld aufwachsen dürfen, sonst ist das für die Gesamtentwicklung schädlich. Nun wurden im Leistungszentrum des Schweizerischen Turnverbands Mädchen und junge Frauen erniedrigt und in ihrer Würde angegriffen. Das hat mich sehr beschäftigt.

Was hat Sie am meisten erstaunt?

Dass sich diese jungen Frauen erst trauten, etwas zu sagen, als sie nicht mehr aktive Athletinnen waren. Dass man Kinder in eine Situation bringt, in der sie nicht mal mehr den Mut oder die Kraft haben, sich an jemanden zu wenden das stimmt mich traurig.

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