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Leserreaktionen«Es geht eben nicht um ein allgemeines Verhüllungsverbot. Das ist reine Ablenkung»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zur Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot».

Richtet sich die Initiative nur gegen Muslimas? Oder auch gegen Hooligans und Chaoten? Die Meinungen der Leserschaft sind gespalten.
Richtet sich die Initiative nur gegen Muslimas? Oder auch gegen Hooligans und Chaoten? Die Meinungen der Leserschaft sind gespalten.
Foto: KEYSTONE

Zum Kommentar zur Burkainitiative «Wir brauchen keine Kleiderpolizei»

Weil journalistische Einflussnahme dieser Art konsequente Migrationspolitik verhindert, kommen solche Initiativen zustande. Die Unterstellung, dass sich Befürworter gegen Muslime stellen, ist verantwortungslos. Der Schweiz geht nichts an Freiheit verloren, wenn weniger verschleierte Menschen unsere Strassen bevölkern. Im Wissen, dass der schwarze Block oder Fussballchaoten diejenigen sind, welche am meisten daran zu beissen haben. Erstere werden dann konsequent bedauert und kriegen garantiert jede mögliche journalistische Unterstützung, um der Initiative bald die Wirkung zu entziehen. So gesehen müssen wir uns um niemanden wirklich sorgen. Aber das soll uns nicht hindern, jetzt ein Zeichen zu setzen. Onlinekommentar von Markus Bichsel

Der Autor blendet die vermummten Randalierer und Hooligans komplett aus. Wie fast alle seiner Pressekollegen, denen man somit allesamt Unterstützung von linksradikalen Chaoten vorwerfen muss. Oder eben von Saubannerzügen quer durch die Städte, auch Fanmärsche genannt. Es ist seit Jahren augenscheinlich, dass man auch bei schweren Randalen von Demonstranten, Fans und Aktivisten berichtet. Ich glaube, der Stimmbürger hat längstens genug von diesen Zuständen und stimmt für ein einheitliches Schweizer Vermummungsverbot. Onlinekommentar von Rolf Gurtner

Vermummungsverbote bei Kundgebungen und Sportanlässen existieren bereits seit längerem. Dies wurde bereits kantonal geregelt. Kleidervorschriften gehören einfach nicht in die Verfassung. Und wie gesagt: Vermummungsverbote existieren bereits in den meisten Kantonen und auch in Bern. Onlinekommentar von Patric Wegmüller

Nein, es geht eben nicht um ein allgemeines Verhüllungsverbot! Dies ist die Nebelpetarde der Initianten, damit die Leute der Initiative zustimmen. Schaut man die Webseiten der Initianten (Egerkinger Kommitee) und der SVP an, dann sieht man ganz genau, um was es geht. Es geht einzig und allein um die Verschleierung der Muslima. Auf Plakaten wird auf rotem Grund eine bedrohlich schwarz verschleierte Person dargestellt begleitet vom Wort Extremismus. Diese Dinge zeigen, um was es in Wirklichkeit geht. Die allgemeine Vermummung, die vorgeschoben wird, ist reine Ablenkung und verschleiert die wahren Absichten. Onlinekommentar von Mark Keller

Zu «Gute Gründe für den Palmöl-Deal»

Es geht nicht nur um Palmöl-Konglomerate, die eine neue Front gegen den bisher unberührten Regenwald in West-Papua (Merauke) eröffnen, sondern auch um gewaltige Goldimporte aus den wilden Bergen von indonesisch Neu Guinea. Es geht um den Konflikt mit der dortigen indigenen Bevölkerung und grosse Umweltzerstörung. Freeport-McMoRan baut in der weltweit grössten Goldmine Grasberg Gold und besonders günstig auch Kupfer ab. Die Gewässerverschmutzung durch die Verhüttung der Erze ist gewaltig und noch im Meer feststellbar. Die Schweiz importierte 2020 Gold für über 2 Milliarden Franken aus Indonesien, leider bereits zollbefreit. Menschenrechte und Umweltstandards sind somit kein Thema mehr im Freihandelsvertrag. Schade. Lorenz Perincioli, Goldiwil

Zu «Kantone knausern bei Prämienverbilligungen»

Der Kanton Bern knausert nicht nur bei den Prämienverbilligungen schamlos auf Kosten des unteren Mittelstandes. Auch bei der Gewährung der Covid-19-Härtefallhilfe nutzt der Kanton Bern seinen Spielraum gnadenlos aus. Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100‘000 Franken gelten offenbar als vernachlässigbare Hobbybetriebe. Was für ein Affront für Menschen, die alles daran setzen, selbständig über die Runden zu kommen und nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Wie zynisch dürfen Regierungsräte und Politiker eigentlich sein? Bereits vor der Pandemie wussten viele Familien bis weit in den Mittelstand kaum noch, wie sie die schwere Prämienlast tragen können. Es brodelt gewaltig unter dem Zivilisationsdeckel, aber noch kriegt man das offenbar in den Amtsstuben nicht wirklich mit. Ein wachsender Teil der Bevölkerung ist verzweifelt und fühlt sich von den Volksvertretern nicht (mehr) vertreten – bis zu den Wahlen 2022 wird das aber nicht vergessen gehen. Martin Von Känel, Jaberg

Zu «Ohne Reformen ist die AHV-Kasse bald leer»

Die Sozialwerke benötigen dringend zusätzliche Einnahmenquellen. Betrachten wir die finanzpolitische Grosswetterlage – zum Beispiel das Schweizer Bankgeheimnis. Die Bernische Finanzdirektorin forderte bereits 2017 die Aufhebung des Bankgeheimnisses. Die Steuerhinterzieher haben per Ende 2019 rund 50 bis 60 Milliarden straflos angemeldet. Sie mussten einen kleinen Verzugszins und die Nachsteuer bezahlen. Einige Kantone gaben die Gesamtsummen der Hinter-ziehung nicht bekannt. Die Steuerbehörden müssen hier energisch – auch in den weltweiten Steueroasen – nachhaken. Die grossen Konzerne (Amazon, Apple, etc.) sollten dort Steuern bezahlen, wo sie ihre grossen Umsätze machen. Nämlich in der Schweiz! Das schweizerische Gewerbe leidet durch den Versandhandel sehr. Durch die Steuerumgehungen der Konzerne entgehen der öffentlichen Hand viel Geld. Zudem fehlt eine nationale Erbschaftssteuer. Erben ist ja keine Leistung. Vor allem die grossen Erbschaften sollten besteuert werden. Erwin Roos, Ostermundigen

1 Kommentar
    Josef Hofstetter

    Patric Wegmüller, Sie schreiben, dass ein Vermummungsverbot auch in Bern existiert. Das bringt nichts, den die Berner Regierung ignoriert diese Vorschriften. Wenn es für die ganze Schweiz existiert, dann kann auch die Berner Regierung dieses nicht mehr ignorieren.