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Rad-Zeitfahr-SM in BelpErst verfahren – jetzt klein machen

Fabienne Buri gehört am Sonntag an den Schweizer Meisterschaften zu den Lokalmatadorinnen. Die Emmentalerin hat öfters im Belpmoos trainiert.

Für die Bernerin Fabienne Buri ist das Airport-Einzelzeitfahren ein Heimrennen.
Für die Bernerin Fabienne Buri ist das Airport-Einzelzeitfahren ein Heimrennen.
Foto: Enrique Muñoz García

Fabienne Buri lacht, als sie auf ihre erste Besichtigungsfahrt auf dem Gelände des Flughafens Belpmoos angesprochen wird: «Ich habe mich auf den vielen kleinen Nebenstrassen ein paarmal verfahren.» Das wird ihr am Sonntag nicht mehr passieren, schliesslich hat sie nun öfters auf der Strecke trainiert. «Viele haben sich plötzlich gemeldet und gefragt, ob ich mit ihnen den Parcours anschauen komme», sagt Buri.

Die Emmentalerin aus Oberburg trainierte mehrmals auf der Strecke am Flughafen Belpmoos.
Die Emmentalerin aus Oberburg trainierte mehrmals auf der Strecke am Flughafen Belpmoos.
Foto: Enrique Muñoz García

«Coole Strecke»

Die 10 Kilometer lange Schlaufe beginnt unweit des Flughafen-Terminals, führt dann hoch nach Kehrsatz und wieder zurück ins Belpmoos.

PD

«Ich finde die Strecke cool. Höhenmeter hat es zwar nicht viele, dafür ist eine gute Kurventechnik gefragt, und auf den langen Geraden muss man eine ideale Position finden und sich möglichst klein machen.» Die 21-jährige Buri startet in der Kategorie Elite. In der U-19-Kategorie hatte sie 2016 und 2017 im Einzelzeitfahren zweimal SM-Bronze gewonnen.

Auf die Teilnehmer warten ein paar scharfe Kurven.
Auf die Teilnehmer warten ein paar scharfe Kurven.
Foto: Enrique Muñoz García

Reusser als Ansporn

Als Favoritin startet bei den Frauen Titelverteidigerin Marlen Reusser aus Hindelbank. Die frühere Ärztin und Buri trainieren ab und zu gemeinsam. Dass die Quereinsteigerin erfolgreicher ist, stört die acht Jahre jüngere frühere Mountainbikerin nicht. «Sie ist für mich mehr Ansporn als Konkurrentin.» Während Reusser als Profi im UCI-Team Paule Ka (das vor der Corona-Krise noch Bigla-Katusha geheissen hat) fährt, gehört Buri seit dieser Saison zum luxemburgischen Team von Andy Schleck. Der frühere Star hatte 2010 nachträglich die Tour de France gewonnen, nachdem der vermeintliche Sieger Alberto Contador (ESP) des Dopings überführt worden war. «Wegen Corona ist der geplante Teamevent im März abgesagt worden, ich habe ihn deshalb noch gar nicht getroffen», meint Buri. Wegen der Pandemie war bisher die international zusammengesetzte Equipe nie vollzählig versammelt. «Einige Fahrerinnen kenne ich nur von Instagram», erzählt die Emmentalerin.

Einen Tag pro Woche arbeitet sie in einem Fahrradgeschäft. An der Feusi absolviert sie die Berufsmatura. Seit dieser Saison wird die Bernerin vom früheren Berufsfahrer und SM-Organisator Marcel Wyss trainiert. Sie ist Mitglied des U-23-Nationalteams von Swiss Cycling. «Mein Ziel ist, Profi zu werden. Marlen beweist, dass dies auch in der Schweiz möglich ist.» Dafür benötigt Buri vor allem gute Resultate. Bereits an der Schweizer Meisterschaft will sie damit beginnen.

In Belp das Flughafenareal im Visier, aber was folgt in diesem Jahr als Nächstes?
In Belp das Flughafenareal im Visier, aber was folgt in diesem Jahr als Nächstes?
Foto: Enrique Muñoz García

Saisonplanung ungewiss

Wie der Kalender nach dem Einzelzeitfahren in Belp aussehen wird, ist aber nicht bloss für Buri offen. Die weltweit unterschiedliche Corona-Situation verunmöglicht eine genaue Planung. Vorgesehen sind im August Rennen in Belgien sowie die Strassen-SM und ebenfalls in Aigle/Martigny im September wenn möglich die Teilnahme an der Heim-WM.