Es droht Deutschland

Wie geht es für die Schweiz an der Euro weiter? Was passiert eigentlich, wenn sie Dritte wird? Ein Überblick über die ganz schön komplizierten Möglichkeiten.

Die Möglichkeit ist, dass die Schweizer Nati im Achtelfinal auf Weltmeister und Nachbar Deutschland treffen könnte, ist gar nicht so klein.

Die Möglichkeit ist, dass die Schweizer Nati im Achtelfinal auf Weltmeister und Nachbar Deutschland treffen könnte, ist gar nicht so klein.

(Bild: Keystone)

Das kann richtig kurios werden. Verliert die Schweiz am Sonntag gegen Frankreich 1:2, während Rumänien gleichzeitig gegen ­Albanien 1:0 siegt, hätten die Schweiz und Rumänien je vier Punkte und 3:3-Tore.

Dann müsste eine Regel über Platz zwei und drei in der Gruppe A entscheiden, die noch nie an einer Euro zur Anwendung kam: das Fair-Play-Ranking. Die Mannschaften und der Betreuerstab sammeln dabei mit ihrem Verhalten Pluspunkte während der Partien, Verwarnungen und Rote Karten geben Minuspunkte.

Kein Elfmeterschiessen

Bei Punktgleichheit unter zwei oder mehreren Teams gilt an der EM folgende Reihenfolge:

  • a) Punkte aus Direktduellen
  • b) Tordifferenz aus Direktduellen
  • c) Anzahl Tore aus Direktduellen
  • d) Bessere Tordifferenz aus allen Spielen
  • e) Anzahl Tore aus allen Spielen
  • f) Fair-Play-Verhalten
  • g) Platzierung in der Uefa-Koeffizientenrangliste

Immerhin wird der Schweiz am Sonntag ein Elfmeterschiessen erspart. Denn es gibt auch noch eine Sonderregel: Treffen zwei Teams im letzten Gruppenspiel aufeinander, die dieselbe Anzahl Punkte, die gleiche Tordifferenz und dieselbe Anzahl Tore aufweisen, und endet ihr Spiel remis, wird ihre Platzierung durch ein Elfmeterschiessen ermittelt.

Das grosse Rechnen

Und wie geht es für die Schweiz eigentlich nach dem Frankreich-Spiel weiter? Mit einem Sieg ist sie Gruppensieger und würde im Achtelfinal auf einen Gruppendritten treffen. Zu 60 Prozent auf jenen der Gruppe C und zu je 20 Prozent auf jenen der Gruppe D oder E.

Bei einem Unentschieden am Sonntag ist die Schweiz Zweite. Auch eine Niederlage kann zu Rang 2 reichen, wenn Rumänien nicht gegen Albanien siegt. Und sogar, wenn Rumänien gewinnt und die Schweiz verliert, ist Platz 2 möglich. Wenn die Schweiz mit gleich vielen Toren Unterschied verliert, wie Rumänien gewinnt, aber dabei mindestens zwei Treffer mehr schiesst (zum Beispiel: Schweiz - Frankreich 2:3 und Rumänien - Albanien 1:0).

Als Zweiter wäre der Gegner im Achtelfinal der Zweite der Gruppe C. Entweder Deutschland, Polen oder Nordirland also. Und die Möglichkeit ist gar nicht so klein, dass Weltmeister Deutschland nur Zweiter wird. Die punktgleichen Polen treffen auf die ausgeschiedene Ukraine, während Deutschland gegen die zähen Nordiren ran muss, und könnten einen höheren Sieg landen.

Und verliert die Schweiz gegen Frankreich, während Rumänien gegen Albanien siegt, könnte es eben sein, dass sie die schlechtere Tordifferenz als Rumänien hätte. Dann wäre sie mit vier Punkten Dritte – und würde mit allergrösster Wahrscheinlichkeit als einer der vier besten Gruppendritten im Achtelfinal stehen.

Dort würde die Schweiz laut einer komplizierten Tabelle der Ver­anstalter zu 70 Prozent auf den Sieger der Gruppe (England, Slowakei oder Wales) und zu 30 Prozent auf den Ersten der Deutschland-Gruppe treffen. Das hängt letztlich davon ab, welche Dritten weiterkommen.

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