Ronaldos Krönung einer famosen Karriere

Sportredaktor Fabian Ruch zum frisch gekürten Europameister Portugal.

Portugal ist der glückhafte Sieger des EM-Finals 2016. Erstmals war der Europameister an der Euro das schwächere Team. Das überlegene Frankreich hätte den Sieg gestern verdient gehabt.

Aber den Portugiesen gelang es, in den wichtigsten Partien gegen die besten Gegner (Kroatien im Achtelfinal und Frankreich im Final) die diszipliniertesten Leistungen abzurufen. In der Vorrunde hatte das Team stürmischen Offensivfussball gezeigt, aber wegen einer kläglichen Chancenauswertung reichte es bloss zu drei Unentschieden.

Der smarte Trainer Fernando Santos war ab den Achtelfinals klug genug, Spielweise und Taktik den Anforderungen anzupassen.Und er konnte sich im Halbfinal auf Cristiano Ronaldo verlassen. Auf Vereinsebene hat der Superstar unzählige Titel gewonnen, nun führte er sein kleines Land zu einem bedeutenden Titelgewinn. Das ist seinem Rivalen Lionel Messi mit Argentinien nie gelungen.

Ronaldo krönte am Sonntag seine famose Karriere. Ausgerechnet an jenem Tag, an dem er verletzt ausgewechselt werden musste. Und Portugal wurde entschädigt nach einigen unglücklichen Niederlagen in grossen Partien seit dem Jahr 2000. Die Perspektive der Auswahl ist prächtig, mit Ausnahme des überragenden Abwehrchefs Pepe ist keiner der Leistungsträger älter als 31.

Es ist kein Zufall, triumphierte keiner der Favoriten.Der Fussball muss aufpassen, von seiner Grösse nicht überrollt zu werden. Der völlig überladene Terminkalender führte dazu, dass viele Topspieler am Ende einer langen Saison zu müde dazu waren, Bestleistungen zu erbringen. Und die Aufstockung auf 24 Teams war dem Spielniveau überhaupt nicht zuträglich.

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