Leicht und locker

Nach seinem Tor gegen Rumänien wirkt der Schweizer Offensivakteur entspannt. Vieles fällt ihm nun leichter. Auch Ratschläge an den Kollegen.

Gut gelaunt und locker stand Admir Mehmedi Rede und Antwort.

Gut gelaunt und locker stand Admir Mehmedi Rede und Antwort.

(Bild: Keystone)

Dominic Wuillemin

Nun war er in Form, Admir Mehmedi. Er hatte in Schweizerdeutsch geantwortet, in Französisch, und jetzt also sollte er auch noch Italienisch reden, so will es nun mal die Schweizer Vielsprachigkeit.

Und die will ausgenutzt sein, wenn mal schon einer da ist, der auch drei der vier Landessprachen beherrscht. Mehmedi sagte: «Wenn ich das Vertrauen des Trainers spüre, dann zahle ich es auch zurück.»

Tipp für Seferovic

Es war ein Satz, der ihm vor ein paar Tagen so noch nicht über die Lippen gegangen wäre. Zu wenig hatte er bis dahin zurückgezahlt. Im Auftaktspiel gegen Albanien war ihm zwar eine ansprechende Leistung gelungen, vor allem in der Defensive. Aber das ist ja nicht die Kernaufgabe eines Offensivakteurs.

Doch jetzt, nach dem 1:1 gegen Rumänien, ist vieles anders, etwa, dass er nun ein Tor auf seinem Konto hat. Einen offensichtlicheren Beleg, dass er dem Team etwas bieten kann, gibt es schliesslich nicht. Mehmedi ist nun ein anderer Mehmedi, ein leichterer, ein lockerer, ein selbstbewussterer. Einmal sagte er, er würde sich selbst nie auswechseln. Er meinte es ernst – aber irgendwie auch nicht.

Admir Mehmedi war gestern Mittag an der Pressekonferenz in Montpellier gut aufgelegt. Ob er sich um Haris Seferovic sorge, der bisher zu vielen Chancen, aber keinen Toren gekommen sei, war eine Frage. Der 25-Jährige meinte: «Haris ist einer, der allgemein nicht viel überlegt. Das kommt ihm nun zugute.»

Die Lacher hatte er auf seiner Seite, obwohl Mehmedi es nicht böse meinte. Im Gegenteil: Der Satz ist ja im Kern richtig. Das bewies nicht zuletzt der Leverkusener selbst: Bei seinem Tor gegen Rumänien hatte Mehmedi einfach draufgehalten, ohne Zweifel, ohne an die schwierigen Vorwochen zu denken. Nun sagte er: «Haris machte unglaublich viel richtig. Er war präsent, lief sich kaputt für uns.»

Prognose für den Sonntag

Die Vergangenheit war nun ab­gehackt; wie denn nun die Stimmung vor der Partie gegen Frankreich am Sonntag sei, wollte ein französischer Journalist von Admir Mehmedi wissen. «Wir sind enttäuscht. Unser Ziel war es, dass wir nach den ersten zwei Spielen für den Achtelfinal qualifiziert sind.»

Grundsätzlich sei er aber optimistisch, «wir sind auf dem richtigen Weg, haben viele Chancen, mit am meisten in ­diesem Turnier.» Und Mehmedi kündigte schon mal an: «Wir werden sicher nicht auf ein 0:0 spielen.»

Dann war die Zeit um, Mehmedi durfte gehen. Er war schon vom Podium gestiegen, da bat eine indonesische Journalistin um ein kurzes Interview. Mehmedi willigte ein. Er antwortete nun auch noch in Englisch.

Berner Zeitung

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