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Leitartikel zur Corona-WelleEinen Lockdown auszuschliessen, ist ein Fehler

Um jeden Preis müsse die Wirtschaft geöffnet bleiben, fordern Politiker unisono. Paradoxerweise machen sie einen zweiten Lockdown damit wahrscheinlicher.

Ein Bild, wie man es nicht mehr sehen möchte: Die Luzerner Innenstadt während des Lockdown im April.
Ein Bild, wie man es nicht mehr sehen möchte: Die Luzerner Innenstadt während des Lockdown im April.
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Schwere Krisen haben ein paar merkwürdige Eigenschaften. Dazu gehört, dass sie die Worte mächtiger Menschen mit einer Art Schmetterlingseffekt versehen. Der Flügelschlag eines Schmetterlings, so mutmasste einst der Mathematiker Edward N. Lorenz, löst andernorts möglicherweise einen Tornado aus. Damit vergleichbar ist die Krisenkommunikation einer Regierung: Scheinbare Harmlosigkeiten oder Banalitäten aus dem Munde eines Bundesrats entfalten in Notlagen plötzlich eine Wirkung, die in normalen Zeiten undenkbar wäre.

In einer Notlage stecken wir zweifelsohne wieder. Das Coronavirus grassiert in einem Ausmass, über das auch viele Fachleute nur staunen: Über 3000 Neuinfektionen waren es am Freitag, und Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Zahlen dürften in den nächsten Tagen noch deutlich steigen. Teilweise geht die prekäre Perspektive auf das föderalistische Kompetenzwirrwarr zurück, welches die Reaktionszeiten der Politik quälend verlangsamt.

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