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Leser zeigen ihre GärtenEine Oase an der Aare

Nach der Arbeit erholt sich Jnes Briggen auf ihrer Dachterrasse in Unterseen. Von hier oben geniesst sie den Blick auf die Aare.

Jnes Briggen auf ihrer Dachterasse. Für das Giessen der Blumen benötigt sie täglich fast eine Stunde.
Jnes Briggen auf ihrer Dachterasse. Für das Giessen der Blumen benötigt sie täglich fast eine Stunde.
Foto: Franziska Rothenbühler

Eigentlich hätte man von Jnes Briggens Dachterrasse eine einmalige Aussicht auf die Aare mit der Unterseener Altstadt und den malerischen Gärten in der Goldey. Aber wer nach vier Treppen aus einer kleinen Laube ins Freie tritt, sieht zuerst nur die Blumen: Glockenblumen, Rosen, Husarenknöpfe und Nelken, zierliches Gipskraut und üppigen Lavendel, pastellfarbene Frühlingsstiefmütterchen und am Geländer Geranien in kräftigen Farben.

Die Pfingstrosen sind verblüht, die Johannisbeeren von den Amseln «geerntet». Zusammen mit dem Flieder und den anderen Frühblühern bieten sie eine grüne Kulisse für das Farbfeuerwerk der Sommerblumen.

Jnes Briggen (59) beobachtet ihre Pflanzen liebevoll, weiss, wie sie den Winter überstehen, welche sie versamen lassen will – und dass auch «einjährige» Pflanzen bei guter Pflege bisweilen neu austreiben.

Bienenfreundliche Pflanzen sollen hier wachsen

An diesem Tag freut sie sich besonders über die Fuchsien und den Rittersporn, die eben ihre Blüten öffnen. Sie bevorzuge bienenfreundliche Pflanzen, sagt die Blumenliebhaberin. Und tatsächlich summt und brummt es bis in die hintersten Ecken der Terrasse. «In den Fingerhutblüten mit ihrer guten Akustik veranstalten die Hummeln jeweils richtige Summkonzerte.»

Rittersporn in voller Blüte.
Rittersporn in voller Blüte.
Foto: Franziska Rothenbuehler

Auch Vögel kommen gern zu Besuch und trinken aus den Wasserschälchen, die ihnen ihre Gastgeberin bereitgestellt hat. Schwäne und Enten fliegen auf ihrem Weg zwischen Fabrikkanal, Kleiner und Grosser Aare über den Dachgarten.

Jnes Briggen vermutet, dass ihr so immer wieder Samen zufliegen, die überraschend in einem der blau glasierten Keramiktöpfe keimen.

Hochzeitssirup für die Tochter

75 Töpfe sind es mittlerweile, und es dauert fast eine Stunde, bis am Abend alle gegossen sind. «Dabei kann ich mich nach der Arbeit entspannen», sagt die gelernte Verkäuferin. Auch die Verarbeitung ihrer Kräuter-Ernte scheint erholsam zu wirken, heisst doch der Minzen-Sirup, mit dem sie ihre Gäste oder Nachbarn aus Büros und Kurslokalen in der alten Mühle bewirtet, «mein Zen-Sirup».

Und für die Hochzeit ihrer Tochter hat die Mutter zweier erwachsener Kinder mit Vergnügen 70 Fläschchen Goldmelissensirup als Tischdekoration gekocht.

Sirup, hergestellt aus der Goldmelissen-Ernte von der Dachterrasse.
Sirup, hergestellt aus der Goldmelissen-Ernte von der Dachterrasse.
Foto: Franziska Rothenbühler

In der Rubrik «Meine Oase» präsentieren Leserinnen und Leser ihre, mit viel Freude und Können gestalteten Terrassen und Gärten.