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Kommentar zur Regierungskrise in ItalienEine historische Chance ist gefährdet

Italien erhält Milliarden Euro von der EU für einen Wiederaufbau nach der Pandemie. Gerade jetzt löst Matteo Renzi eine Regierungskrise aus.

Matteo Renzi (r.) lässt sicher gerne in die italienischen TV-Runden einladen, um gegen Premier Giuseppe Conte (hinten) zu wettern.
Matteo Renzi (r.) lässt sicher gerne in die italienischen TV-Runden einladen, um gegen Premier Giuseppe Conte (hinten) zu wettern.
Foto: Imago Images, Italy Photo Press

Die Italiener haben schon so viele Regierungskrisen erlebt, dass keine Variation des Genres sie mehr überraschen kann – eigentlich. Diese aber, die nun offen deklarierte Krise der Regierung von Giuseppe Conte, ist den Berufsanalysten ein Rätsel und vielen Bürgern einfach nur ein Ärgernis.

Zunächst ist sie unerhört schlecht getimt. Mitten in der zweiten Welle der Pandemie. Und mitten in der Phase, da man sich der Ausformulierung eines Wiederaufbauplans widmen sollte, der dann vital ist, wenn auch die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Seuche in aller Dramatik erkennbar werden. Dafür hat man von der Europäischen Union 209 Milliarden Euro an Zuschüssen und Darlehen zugesprochen erhalten, so viel Geld wie kein anderes Land. Es bietet eine historische Chance, Italien neu zu gestalten, es in die Moderne zu zerren, mit einem Ruck.

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