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Leserreaktionen«Eine Fussgängerunterführung ist aus der Zeit gefallen»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zum hitzigen Abstimmungskampf um den Hirschengraben.

Hier sollen Fussgängerinnen und Fussgänger dereinst durch eine Unterführung vom Bubenbergzentrum zum Hirschengraben gelangen.
Hier sollen Fussgängerinnen und Fussgänger dereinst durch eine Unterführung vom Bubenbergzentrum zum Hirschengraben gelangen.
Foto: Barbara Héritier

Zu «Der Ton zwischen Befürwortern und Gegnern wird gehässiger»

1970 brachte der damals bürgerliche Gemeinderat die sogenannte «H-Lösung» mit einer vierspurigen Verbindungsstrasse über den Bären- und Bundesplatz zur Abstimmung. Das damals bürgerliche Bern hat das Projekt glücklicherweise an der Urne versenkt, weil es aus der Zeit gefallen war. 2021 bringt der rot-/grüne Gemeinderat das Projekt einer Fussgängerunterfführung am Hirschengraben zur Abstimmung. Ich hoffe, dass auch dieses Projekt an der Urne scheitert, ganz einfach weil eine Fussgängerunterführung in einer Fussgängerstadt heute ebenfalls aus der Zeit gefallen ist. Ein Ausweiden des Hirschengrabenpärklis ist irreversibel. Dieter Meier, Bern

Die Tiefbaudirektion streut dieser Tage in den elektronischen Medien rasch zusammengeschusterte Animationen, die beweisen sollen, dass es am Hirschengraben ohne die umstrittene Fussgängerunterführung zu massiven Staus kommen werde. Das ist abzulehnen. Eine Verwaltungsabteilung hat sich nicht in Abstimmungskämpfe einzumischen, und schon gar nicht in dieser Art. Es ist völlig unüberprüfbar, welche Bedingungen – zum Beispiel die Zahl der Verkehrsbewegungen – die Bastler dieses Computerspiels eingegeben haben. Damit ist das Resultat nichts wert und ist reine Manipulation der Stimmbürgerschaft. Christoph Zürcher, Bern

Das Pro-Komitee, das den Gegnern der umstrittenen Unterführung zum Hirschengraben unterstellt, Fehlinformationen zu verbreiten, setzt offenbar auf das Motto: «Ein Bild sagt mehr als tausend Worte». Nur ersetzt Stimmungsmache, visueller wie auch verbaler Art, keine Argumente, die den erhobenen Vorwurf stützen könnten und würden. Daran ändert auch die kurios anmutende Intervention des Berner Stadtpräsidenten nichts, die nicht wirklich «staatsmännisch» rüberkommt. Jacqueline Gafner Wasem, Bern

Zu «Bundesrat ringt um erste Lockerungen»

Laute Vorwürfe gegen Gesundheitsminister Berset, er habe dem politischen Druck wider besseres Wissen nachgegeben, vielstimmiges Drängen auf rasche Öffnung und eine lautstarke Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher, welche die Schweiz schon nahe einer Diktatur wähnt. Ein typisch helvetisches Mélange, wo zu viele Köche am Topf der Coronastrategie rühren. Da hilft wohl nur eines: einen kühlen Kopf bewahren. Eine Verlängerung des Lockdowns auch mit guter epidemiologischer Begründung ist eben so inakzeptabel wie eine wie auch immer gestaltete Lockerung als Konzession an den allseitigen politischen Druck. Was aber Not tut ist eine Öffnungsstrategie des Bundesrates, die aufzeigt, wann welche Öffnungsschritte aufgrund welcher epidemiologischer Befunde möglich sind. Dieses müsste begleitet werden durch ein Monitoring, das diesen Namen verdient. Das dazu nötige bestmögliche Wissen ist heute doch vorhanden. Paul Messerli, Grafenried

Zu «Braucht es im Kanton Bern eine «Lex Thoma»?»

Ein Affront für jedenSteuerzahlerIn den letzten Jahren war die Berner Regierung immer sehr kreativ in der Generierung von zusätzlichem Steuersubstrat. Es ist sicher angebracht, nun auch einmal die Ausgabenseite, sprich Vergütung bei den Staatsnahen Betrieben und deren Bezüge genauer zu betrachten. Die genannten exorbitanten Bezüge sind ein Affront für jeden Steuerzahler im Kanton Bern da sich die Verantwortung dieser Personen bekanntlich im Rahmen hält weil für Defizite der Kanton oder Bund einzustehen hätten. Mehr Masshalten bei den Bezügen wäre dringend angesagt, da dann der Kanton Bern durch diese «Sparmassnahmen» direkt profitieren würde. Andreas Roth, Jegenstorf

Zu «Dann soll der Bundesrat das Militär in die Skigebiete schicken»

Schlechte Vorbilder ohne RückgratSoso, ein hochrangiger, nicht genannt werden wollender Kantonsvertreter gibt vollmundig zu, sich nicht um nationale Vorgaben zu scheren und geht davon aus, dass sich der Bundesrat dann schon noch beuge. Tatsache ist, dass es für das Gastrogewerbe, aber auch viele andere Gewerbetreibende der meisten Branchen mit all den betroffenen Mitarbeitenden, eine sehr schwierige Zeit ist. Tatsache ist aber auch, dass wir offenbar einige Kantonsvertreter haben, die mit ihrem Verhalten und ihren Aussagen für viele von der Pandemie mitbetroffene Menschen in unserem Land schlechte Vorbilder ohne Rückgrat abgeben. Es ist bedenklich, dass der nicht genannt werden wollende Herr nicht mal die Zivilcourage aufbringt, namentlich zu seinen Aussagen zu stehen. Peter Gammeter, Münchenbuchsee