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Standpunkt Zukunft Bahnhof BernEin pragmatisches Ja – und ein Lob für die Gegner

Die Opposition gegen den Umbau des Hirschengrabens hat in der Stadt Bern eine Debatte möglich gemacht, die Gemeinderat und Befürworter verstolperten. Trotzdem spricht vieles für ein Ja.

Man ist in der Stadt Bern aus der Übung gekommen. Volksabstimmungen sind in den letzten Jahren für die Stadtregierung zu Sonntagsspaziergängen geworden, bei denen man schon zum Voraus wusste, dass sie zu teilweise beängstigend hohen Zustimmungsraten führen würden. Mit ernst zu nehmendem Widerstand in einem Abstimmungskampf musste sich der Gemeinderat in der vergangenen Legislatur selten bis nie auseinandersetzen.

Bei der Vorlage zu den flankierenden Verkehrsmassnahmen, mit denen die Stadt ab 2027 die Auswirkungen des um- und ausgebauten Bahnhofs auffangen will, ist – zum Glück – für einmal alles anders. Dementsprechend überrumpelt stolperten der Gemeinderat genauso wie die befürwortenden Parteien von FDP über GLP und SP bis zum Grünen Bündnis in den Abstimmungskampf um eine der wohl wichtigsten Vorlagen der angelaufenen Legislatur. Den Vogel schoss die Grüne Freie Liste (GFL) ab: Sie verweigerte dem Stapi die Gefolgschaft und beschloss die Nein-Parole. Geht ja noch – gelebte Demokratie halt. Aber: Die GFL musste das Befürworter-Komitee verlassen, dem sie bereits offiziell beigetreten war. Nonchalanter geht Politik nicht mehr.

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