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Ausflugstipp in der RegionEin kühles Abenteuer zwischen hohen Felswänden

Eine Wanderung durch die Cholorenschlucht bei Adelboden ist ideal zum Kopflüften.

Der Blick von der Wendeltreppe in den Graben: Tief unten gurgelt der Tschentenbach.
Der Blick von der Wendeltreppe in den Graben: Tief unten gurgelt der Tschentenbach.
Foto: BOM

Wer aus der Hitze im Unterland flüchten möchte, ist hier genau am richtigen Ort. Bei Adelboden gibts eine tiefe Schlucht zum Durchwandern. Der Tschentenbach hat über Jahrtausende die Cholerenschlucht Dutzende Meter tief in den harten Fels des Engstligtals gegraben. Und damit ein ausgezeichnetes Ausflugsziel für Familien geschaffen.

Unsere Tour beginnt in Adelboden Dorf und führt via den Weiler Ausserschwand auf einer knapp einstündigen Wanderung mit schönem Ausblick auf Bunderspitz und Lohner bis zum Abzweiger in den Canyon. Über Stufen und Kehren gehts auf dem Wanderweg steil hinab zum Eingang in die Schlucht.

Der Zugang in den imposanten Spalt erfolgt über eine kleine Hängebrücke, die entlang der Felswände führt. Dann taucht man in eine natürliche Halle in der Grösse einer Kathedrale ein. Links und rechts ragen Felswände in die Höhe, unten brodelt in kleinen ausgehöhlten Becken der glasklare Bach. Es ist feucht und angenehm kühl hier drinnen, zuweilen gurgelts ohrenbetäubend laut – ein Schauspiel für alle Sinne. Über Stege gehts weiter bachaufwärts.

Wir entdecken schön gerippte Gesteinsschichten, Wassermühlen, fein gehobelte Felsflächen und bizarre Riesenbrocken, die in der Enge stecken geblieben sind und nun über unseren Köpfen hängen. Die stete Veränderung in diesem Schlund unter uns ist offensichtlich, nach jedem Hochwasser siehts hier drin anders aus. Diese Schlucht ist ein begehbares Geologielabor.

Der Einstieg in die dunkle Spalte: Links und rechts ragen Wände hoch.
Der Einstieg in die dunkle Spalte: Links und rechts ragen Wände hoch.
Foto: smb
Gehobelt und ausgehöhlt: Über Jahrtausende hat sich der  Tschentenbach in den Stein gegraben.
Gehobelt und ausgehöhlt: Über Jahrtausende hat sich der Tschentenbach in den Stein gegraben.
Foto: smb 
Bequemer Ausstieg: Eine Wendeltreppe führt aus der Tiefe zurück ans Tageslicht.
Bequemer Ausstieg: Eine Wendeltreppe führt aus der Tiefe zurück ans Tageslicht.
Foto: smb
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Der Einschnitt im Engstligtal ist schon länger zugänglich. In den 40er-Jahren hat ein mutiger Adelbodner als Erster Brücken und Seile hineingezogen, später haben Bergpioniere den ganzen Durchgang durch die Schlucht möglich gemacht. Die Wege und Treppen werden stets erneuert, weil ihnen Steine, Schnee und Eis arg zusetzen. Aus der Schlucht hinaus führt eine Wendeltreppe in die Höhe. Die Tour durch die rund 100 Meter lange Spalte ist einfach und sicher, mit Kindern im Schulalter gut begehbar. Der Zugang ist kostenlos, für den Unterhalt darf aber gespendet werden.

Die Schluchtwanderung kann auch von der Haltestelle Achseten Tregel und vom Parkplatz Cholerenschlucht (15 Min. bis zur Schlucht) erfolgen und mit einer Besichtigung des Pochtenkessels verbunden werden. Dieser befindet sich rund zwanzig Gehminuten talauswärts, wo die Engstlige und der Otterebach in einem tiefen Steintrichter zusammenkommen. Wer Lust verspürt, kann hier auch in den Jungbrunnen springen. Doch auch ohne diese Abkühlung hat der Ausflug in die Schlucht garantiert erfrischende Wirkung.