Zum Hauptinhalt springen

Schönheit der deutschen SpracheEin Hoch auf die Füllwörter!

Es gibt Leute, die ständig «irgendwie», «halt» oder «genau» sagen. Das Deutsche hat besonders viele Füllwörter. Ihren schlechten Ruf haben sie nicht verdient. Richtig eingesetzt, sind sie sogar äusserst nützlich.

«Hier findet ihr eine Ordnerstruktur, genau.»

«Wenn ihr euch das erste Mal eingeloggt habt … genau … dann müsst ihr danach das Passwort ändern.»

«Mit der Zeit bekommt ihr Übung. Genau. Gibt es noch Fragen?»

Kürzlich, bei der Einführung in ein neues digitales System, verwendete die junge IT-Spezialistin ständig das Wort «genau». Am Anfang, in der Mitte und am Ende eines Satzes, vor und nach einer Sprechpause. Mal schnell und unauffällig, mal nachdrücklich betont. Als erstes Wort beim Beantworten einer Frage, als letztes nach einer Aufzählung.

Die Neigung zu exzessiver «genau»-Verwendung teilt sie mit vielen Personen unter 40. «Genau» scheint – neben «okay, Boomer» – so etwas wie ein verbales Distinktionsmerkmal der Millennials.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.