
Was immer das Schweizer Fernsehen dazu bewogen hat, die Sendung Schawinski abzusetzen: Spargründe können es nicht gewesen sein. Kaum eine Sendung ist billiger und rascher produziert, kaum eine Sendung erregte mit weniger Aufwand so viel Aufmerksamkeit. Mit anderen Worten, was das SRF offiziell verlautbaren liess, hat mehr mit einer nordkoreanischen Informationspolitik zu tun als mit der Wahrheit – und gerade die eigenen Journalisten würden sich nie mit damit zufrieden geben, wenn etwa die UBS oder die Novartis so kommunizierten. Es wirkt unehrlich und unplausibel. Und es passt in eine Zeit, wo uns immer mehr Persönlichkeiten abhandenkommen oder vorenthalten werden, die irgendjemandes Seele auf irgendeine Weise verletzen könnten. Man liebt die Harmlosen und vergöttert die Braven.
Ein Genie der Debatte
Markus Somm über die Absetzung von Roger Schawinskis Talkshow.