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Von Graffenried zum Klimaprotest«Eigentlich dürfen hier keine Demonstrationen stattfinden»

Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried wurde von der Aktion auf dem Bundesplatz überrascht. Er ist bereit für Gespräche, sagt aber: «Wir haben ein Problem».

«Wir haben ein Problem», sagt Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried im Videointerview. Er signalisiert aber Gesprächsbereitschaft mit den Aktivistinnen und Aktivisten.
Video: Keystone-sda

Das sagt der Stadtpräsident

Herr von Graffenried, sind Sie überrascht von dieser Aktion?

Alec von Graffenried: Ja, wir wurden überrascht. Wir wussten, dass es eine Aktionswoche geben wird. Mit einem solchen Aufmarsch haben wir allerdings nicht gerechnet.

Wie reagieren Sie darauf?

Die Aktivistinnen und Aktivisten haben sofort Gesprächsbereitschaft signalisiert. Sie sind sehr gut organisiert. Demzufolge werden wir mit ihnen ins Gespräch treten. Für uns ist wichtig, dass der Sessionsbetrieb im Bundeshaus nicht gestört und der öffentliche Verkehr nicht beeinträchtigt wird. Auch der Märit muss stattfinden können. Ich sehe einen guten Boden für konstruktive Gespräche. Aber: Grundsätzlich dürfen auf dem Bundesplatz während der Session keine Demonstrationen stattfinden. Wir haben ein Problem.

Kann denn der öffentliche Verkehr inzwischen wieder rollen?

Der öffentliche Verkehr wird durch die Aktion eingeschränkt. Die Durchfahrt ist aber möglich.

Morgen soll auf dem Bundesplatz der Markt stattfinden. Wird das neben den Aktivisten überhaupt möglich sein?

Das werden wir diskutieren müssen. Es ist die Absicht, dass der Markt stattfinden kann.

Das sagt der Klima-Aktivist

Wie werdet ihr in die Verhandlungen mit der Stadt Bern gehen?

Dominik Waser: Grundsätzlich ist es wichtig, dass wir im Dialog sein können und wir nicht auf Konfrontation gehen. Da haben wir alle dieselbe Meinung. Gleichzeitig ist klar: Es ist Session, grundsätzlich herrscht ein Demonstrationsverbot. Daran halten wir uns momentan natürlich nicht. Darum müssen wir eine Lösung finden. Aber: Wir haben angekündigt, dass wir hierhin kommen werden. Wir rechnen nicht damit, hier schnell wieder weg zu gehen. Wir sind friedlich.

Werdet ihr auch Kompromisse eingehen?

Da stellt sich die Frage, was das konkret heisst. Für uns ist klar: Wenn es um Sicherheitsfragen geht, wenn etwa die Feuerwehr ausrücken muss, werden wir nicht im Weg sein.

Inwiefern kann morgen der Markt stattfinden?

Der Markt wird stattfinden, zum Teil auch auf dem Bundesplatz. Da werden wir Platz machen. Es braucht aber eine gewisse Flexibilität auf der Seite der Marktfahrer und der Stadt. Wir wollen unsere Aktion nicht auf Kosten der Marktveranstalter durchführen.

chh/sda

72 Kommentare
    Ernst Küng

    Wenn Mr Graffenried das schon feststellt, dann soll er auch danach handeln. Oder wir brauchen dann auch keine Regierung.