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Ausblick auf 2021SRF spart auch «sportaktuell» weg

Direktorin Nathalie Wappler hat im Rahmen einer Personalinformation Neuerungen im SRF-Programm bekannt gegeben. Mehrere TV-Formate verschwinden, das digitale Angebot wird ausgebaut.

Annette Fetscherin ist 2019 zum Sport-Moderationsteam gestossen und war eines der Aushängeschilder von «sportaktuell», das nun eingestellt wird.
Annette Fetscherin ist 2019 zum Sport-Moderationsteam gestossen und war eines der Aushängeschilder von «sportaktuell», das nun eingestellt wird.
Foto: SRF

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF hat weitere Sparmassnahmen beschlossen: Die Wirtschaftssendung «Eco» wird eingestellt. Die Sendung mit Moderator Reto Lipp lief seit 13 Jahren jeweils am Montagabend.

Wie Lipp am Donnerstag auf Twitter schrieb, läuft die Sendung noch bis Sommer 2021. In der Folge plant SRF mit «den freiwerdenden Ressourcen» einen wöchentlichen Wirschaftstalk im Fernsehen sowie den Ausbau der Wirschaftsberichterstattung online, wie der Sender am Donnerstag mitteilt. «Eco» ist nicht die einzige Sendung, die aus Spargründen gekippt wird.

Nach 13 Jahren ist Schluss: «Eco»-Host Reto Lipp ist noch bis Sommer 2021 auf SRF zu sehen.
Nach 13 Jahren ist Schluss: «Eco»-Host Reto Lipp ist noch bis Sommer 2021 auf SRF zu sehen.
Foto: SRF

Auch die tägliche Sport-Newssendung «sportaktuell» fällt den neusten Einsparungen zum Opfer. Zurzeit wird das Format aufgrund des drastisch reduzierten Sportbetriebs ausgesetzt, es wird aber in Zukunft nicht mehr ins Programm aufgenommen. Der Ausfall soll mit einer ausgebauten Fussball- und Eishockey-Berichterstattung teils aufgefangen werden: So wird es ab 2021 zusätzliche Ausgaben von «Super League Goool» und «eishockeyaktuell» geben.

Ab 2021 verzichtet SRF zudem auf «Viva Volksmusik», «Einstein Spezial» und die Übertragung externer Veranstaltungen wie etwa «Art on Ice». Zugunsten der kostspieligen «Tatort»-Produktionen werden auch weiterhin keine eigenen Fernsehfilme mehr umgesetzt, «deutlich reduziert» wird auch der Einkauf internationaler Serien und Doks. «Um uns digital weiterzuentwickeln, müssen wir unser lineares Programm anpassen und dort teilweise reduzieren – oder Sendungen überarbeiten», sagt SRF-Direktorin Nathalie Wappler bei einer internen Information am Donnerstag.

SRF-Direktorin Nathalie Wappler bei der Personalinformation, die über einen Livestream übertragen wurde.
SRF-Direktorin Nathalie Wappler bei der Personalinformation, die über einen Livestream übertragen wurde.
Foto: SRF

Die digitalen Kanäle werden ausgebaut, auch mit eigenen Formaten auf Social-Media-Plattformen. Für Youtube und Instagram seien drei neue Musikkanäle in den Sparten Hip-Hop, Rock/Pop und Schlager/Volksmusik geplant. In den Themenfeldern Wissen und Philosophie werden ebenfalls Formate entwickelt, die insbesondere online funktionieren und nur digital ausgespielt werden sollen, die News-App wird fortlaufend erweitert.

Man werde in der Umgestaltung des Angebots um Entlassungen nicht herum kommen. «Wir müssen jetzt schauen, wo Umschulungen von bestehenden Mitarbeitenden möglich sind – und wo wir Mitarbeitende von extern rekrutieren müssen. Dieser Prozess braucht sehr viel Sorgfalt und daher noch etwas Zeit.» So werden nach Pensionierungen Stellen nicht mehr ersetzt und Neueinstellungen nach Kündigungen um drei Monate hinausgezögert. Zudem will SRF bei den Spesen kürzen.

Sparpaket von 16 Millionen

Andere Formate, welche SRF bereits aus dem Programm strich, sind «Sternstunde Musik», «Arena/Reporter», «Schawinski» und «Eco Talk», das fünf Mal pro Jahr ausgestrahlt wurde. Zudem sparte das SRF eine von zwei Schweizer «Tatort»-Folgen ein.

Bereits 2018 lancierte die SRG nach der Ablehnung der No-Billag-Initiative ein umfangreiches Spar- und Restrukturierungsprogramm in der Höhe von insgesamt 100 Millionen Franken. Diesem sollen bis 2022 rund 200 Stellen zum Opfer fallen.