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Meeting in LangenthalDurchzogener Auftakt von Mujinga Kambundji

Zuerst überzeugt die Bernerin über 100 Meter, dann enttäuscht sie über die halbe Bahnrunde. Auch Hürdensprinter Jason Joseph ist für einmal nicht zufrieden mit sich.

Enttäuschung nach dem verpatzten Zweihunderter: Mujinga Kambundji sitzt auf der Tartanbahn im Stadion Hard in Langenthal.
Enttäuschung nach dem verpatzten Zweihunderter: Mujinga Kambundji sitzt auf der Tartanbahn im Stadion Hard in Langenthal.
Foto: Keystone

So ein Saisonstart hat durchaus seine Tücken – Mujinga Kambundji weiss Bescheid. Vor Jahresfrist bestritt die Könizerin ihr erstes Rennen im französischen Nancy, und wurde dabei über 100 Meter in 11,54 Sekunden gestoppt. Nach dieser Enttäuschung sollte sie lange brauchen, um in Fahrt zu kommen.Diese Erfahrung jedoch ist weit weg, als sich Kambundji im Stadion Hard in Langenthal in den Startblock begibt.

Nach dem Aufwärmen habe sie sich zwar gut gefühlt, wird sie später sagen, «nur einschätzen konnte ich das Ganze nicht». Die Unsicherheit weicht spätestens, als sie die Ziellinie überquert. In 11,21 Sekunden wird Kambundji gestoppt. Natürlich kommen ihr die warmen Temperaturen und der Rückenwind (+1,8 m/s) entgegen. Gleichwohl ist das für die Landesrekordhalterin eine durchaus solide Leistung zum Auftakt. Und eine Erleichterung, weil sie nun die Gewissheit hat, mit ihrer Planung richtig gelegen zu haben, nicht zu früh in die Saison zu starten.

Gleichwohl verlässt Kambundji Langenthal nicht restlos glücklich. Was an ihrem zweiten Auftritt liegt. Erstmals seit ihrem Lauf zur historischen WM-Bronzemedaille tritt die 28-Jährige wieder über 200 Meter an. Die Gefühlslage allerdings lässt sich kaum mit jener von damals vergleichen. In 23,33 bleibt sie über eine Sekunde über ihrer Bestzeit. «Das war schlecht», hält sie fest. Die mit Einbruch der Dunkelheit kühleren Temperaturen hätten sie ebenso verunsichert wie die Beine, die sich nach dem ersten Auftritt bemerkbar machten. «Aber natürlich bin ich dann das Rennen viel zu verhalten angegangen.»

Kambundji braucht erfahrungsgemäss einige Wettkämpfe, um in Form zu kommen. Deshalb wird sie höchstwahrscheinlich am Samstag in Regensdorf nochmals über 100 Meter antreten, gewissermassen als Vorbereitung für ihren Auftritt amDiamond-League-Meeting von Monaco in einer Woche.

«Damit bin ich gar nicht zufrieden»

Es kann nicht immer aufgehen –das ist auch die Erkenntnis des Tages für Jason Joseph. Am 24. Juli war er die 110 Meter Hürden in 13,34 Sekunden gelaufen, verbesserte damit seinen eigenen Rekord um fünf Hundertstel – bei keineswegs idealen Bedingungen im Berner Wankdorf. In Langenthal hingegen hätte das Drumherum mit Sommerwetter und leichtem Rückenwind für einen weiteren Fabelauftritt des 21-Jährigen gepasst. Doch dann wurde er in 13,50 gestoppt – und sprach danach Klartext: «Damit bin ich gar nicht zufrieden.» Zu verhalten sei der Start gewesen, «dann kam ich irgendwie in einen Trott rein».

Am 14. August wird er nun sein nächstes Rennen bestreiten, wobei die Bühne weitaus grösser sein wird: Es handelt sich um das Diamond-League-Meeting von Monaco. «Da werde ich ganz andere Läufer neben mir haben, das wird mich aber zusätzlich pushen», sagt Joseph.