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AusflugstippDurchs Gasterntal der Kanderquelle entgegen

Das Gasterntal ist eine der schönsten Auenlandschaften der Alpen. Es ist allemal einen Ausflug wert.

Das Gasterntal von oben betrachtet. Drei Viertel des Tals sind einfach bewanderbar.
Das Gasterntal von oben betrachtet. Drei Viertel des Tals sind einfach bewanderbar.
Foto: Swissimage

Das Gasterntal ist eines der spektakulärsten Hochtäler der Alpen. In südöstlicher Richtung oberhalb von Kandersteg zieht es sich entlang der mäandrierenden Kander. Abgelegen. Wild. Einsam. Es ist ein naturbelassenes Auengebiet von nationaler Bedeutung und gehört zum Unesco-Welterbe. Drei Viertel des 10 Kilometer langen Tales sind einfach bewanderbar, der letzte, steile Teil, führt hinauf zum Kanderfirn, wo der Fluss entspringt.

Zu Fuss wandern wir ab Bahnhof Kandersteg in südlicher Richtung durch das Dorf, wo wir nach einer halben Stunde Eggenschwand erreichen. Jetzt gehts aufwärts durch die Klus, eine schmale, in den Jahren 1924/25 in die Felswand gehauene Galerie. Bereits nach ein paar Kehren auf dem Schottersträsschen dann die Aussicht auf das lang gezogene Dorf, auf die Talebene. Nach zwei kurzen Tunnels ist ein Getöse zu hören. Es sind die Kanderfälle, wo das Wasser fast senkrecht hinunterstürzt.

Die Eismassen am Balmhorn

Eine Stunde Wanderzeit ist verstrichen, als sich das Tal beim Gasternholz fast unvermittelt öffnet. Hier fliesst die Kander friedlich über weite Kiesbänke. Und hier steht auch die erste von vier Gaststätten im Tal, das Hotel Waldhaus, auf 1358 Meter über Meer.

Die rauschende Kander bahnt sich ihren Weg durchs Gasterntal talabwärts Richtung Kandersteg.
Die rauschende Kander bahnt sich ihren Weg durchs Gasterntal talabwärts Richtung Kandersteg.
Foto: Swissimage

Nach kurzer Einkehr gehts auf ebenem Weg taleinwärts. Begrenzt wird das Tal von hohen Felswänden, aus denen zahlreiche Wasserfälle sprudeln. Bald tauchen rechterhand die gewaltigen Schnee- und Eismassen der Balmhorn-Nordwand (3699 m ü. M.) auf. Auf einem Felsvorsprung hoch oben ist mit gutem Auge auch die Balmhornhütte zu erkennen. Erreichbar ist sie vom Talboden des Gasterntales aus, auf einem zweistündigen anspruchsvollen Bergweg.

27 Orchideenarten blühen

Unser Weg aber führt wenig anstrengend durch Wiesen und Wäldchen und Stege. Zur Zeit des Bergfrühlings blühen hier im Tal Dutzende von seltenen Pflanzen, unter anderem 27 verschiedene Orchideenarten, darunter Raritäten wie der Frauenschuh oder der Türkenbund. Auch die Fauna ist einzigartig. Nebst Steinwild kann man hier seltene Schmetterlingsarten entdecken. Oder Waldschnepfen und Adler. Auch die Aspisviper und die Kreuzotter sind im Gasterntal heimisch.

Wir wandern weiter taleinwärts. Zur Linken an der Südwand des Doldenhorns (3643 m ü. M.) vorbei. Mächtige Felsblöcke im Gasterntal erinnern an den gewaltigen Felssturz im Dezember 1988.

Die hinterste Gaststätte

Dann beginnt der Weg moderat zu steigen, durch ein Wäldchen. Und bald tauchen die ersten Häuser des Weilers Selden auf, wo es auch zwei Hotel-Restaurants gibt. Vom Taleingang bis hierher haben wir sechs Kilometer zurückgelegt. Wer Lust hat, könnte nochmals zwei Stunden Fussmarsch bis zum Gletscher investieren und den hinteren, kargen Teil des Tales erkunden. Oder immerhin 20 Minuten bis zur Alp Heimritz, wo die hinterste Gaststätte des Tales steht. Hier ging im Oktober 2011 ein Murgang nieder, eine Viertelmillion Kubikmeter Geröll überschüttete die Alp. Die Herberge aber blieb wie durch ein Wunder verschont.