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Gemeindewahlen SchüpfenDreikampf um die Krone

Pierre-André Pittet (SVP) ist erst seit zwei Jahren Gemeindepräsident von Schüpfen. Nun muss er sein Amt gegen zwei Gemeinderätinnen verteidigen.

Mit SP, SVP und BDP kämpfen am 1. November alle drei Ortsparteien um das Gemeindepräsidium von Schüpfen.
Mit SP, SVP und BDP kämpfen am 1. November alle drei Ortsparteien um das Gemeindepräsidium von Schüpfen.
Foto: Wikimedia Commons / Public Domain

In Schüpfen gibt es drei Parteien, und alle drei wollen das Sagen haben. SP, SVP und BDP kämpfen um das Gemeindepräsidium, der Entscheid fällt am 1. November. Pierre-André Pittet, der das Amt vor zwei Jahren von Peter Gerber (BDP) übernommen hatte, muss dieses nun gegen zwei amtierende Gemeinderätinnen verteidigen: Josiane Messerli (SP) und Martina Zurschmiede (BDP) finden, dass es in Schüpfen an der Zeit ist für die erste Gemeindepräsidentin.

Eine Frauenmehrheit gibt es im einst konservativ geprägten Dorf bereits: Seit Martina Zurschmiede vor zwei Jahren in die Exekutive nachrutschte, sind vier von sieben Gemeinderatsmitgliedern weiblich. «Ich will mit meiner Kandidatur der Bevölkerung eine echte Wahl ermöglichen», sagt Zurschmiede. Es gebe nicht nur links oder rechts, sondern eben auch die Mitte. «Und die BDP fungiert oft als Zünglein an der Waage.»

Den Mut haben

Nicht zuletzt geht es sicherlich auch um die Positionierung der Partei: Wenn SP und SVP ums Präsidium kämpfen, wäre es seltsam, wenn die BDP nicht mitmischen würde. Ihre Chancen schätzt Martina Zurschmiede als gut ein. «Ich bin im Dorf gut vernetzt und kann mit meiner Erfahrung punkten», sagt die 46-jährige Marketingfachfrau. Sie engagiert sich in Schüpfen seit zehn Jahren politisch und war unter anderem mehrere Jahre Vizepräsidentin der Schulkommission.

Ihre Kontrahentin, Josiane Messerli, beschreibt ihre Chancen als «sehr gut». Und dies, obwohl sie erst seit Juli dieses Jahres im Gemeinderat sitzt. Aber sie sei bekannt im Dorf, eine Gewerbefrau, mit Leib und Seele für Kinder und Jugendliche engagiert, jahrelang im Kirchgemeinderat aktiv. «Ich will Vorbild sein und ein Signal setzen», sagt die 58-Jährige. Mut und die Bereitschaft, Dinge anzupacken und zu verändern, seien heute wichtiger denn je.

Nicht zuletzt ist die SP seit den letzten Wahlen stärkste Partei im Dorf: 2016 luchste sie der BDP einen Sitz ab und verfügt seither über drei von sieben Sitzen im Gemeinderat.

Kein persönlicher Angriff

Mit dieser Ausgangslage kann der amtierende Pierre-André Pittet gut umgehen. «Selbstverständlich muss ich nun mehr Gas geben beim Wahlkampf», sagt er. «Aber ich bin ein Sportler und weiss, dass Konkurrenz wichtig und nötig ist.» Er nehme den Angriff der beiden Frauen überhaupt nicht persönlich – dieser habe nichts mit ihm oder seiner Arbeit zu tun, «es sind parteipolitische Ziele, die hier konsequenterweise verfolgt werden».

Pierre-André Pittet wurde vor zwei Jahren zum Gemeindepräsidenten gewählt, als sein Vorgänger Peter Gerber Grossrat wurde. Mit Gerber hatte die BDP ein kurzes Gastspiel im Gemeindepräsidium, welches in Schüpfen zuvor stets in Händen der SVP war. Pittet denkt, dass sein Leistungsausweis ihm bei den Wahlen helfen sollte. «Ich hatte vor zwei Jahren einen reibungslosen Start als Gemeindepräsident und verfüge über acht Jahre Erfahrung in der Exekutive, dazu 25 Jahre Führungspraxis in der Privatwirtschaft.» Abgerechnet werde aber erst am 1. November.