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Verrat mit dem iPhone

In Asien kann die Nutzung eines Smartphones schnell zu einer Frage der nationalen Ehre werden. Das musste jetzt ein taiwanesischer Minister erfahren.

Wehe, man hat in Taiwan keins: Smartphone von HTC.
Wehe, man hat in Taiwan keins: Smartphone von HTC.
Reuters

In Taiwan kann die Nutzung eines Smartphones schnell zu einer Frage der nationalen Ehre werden. Das musste jetzt Informationsminister und Regierungssprecher Hu Yu-wei erfahren, nachdem er am Sonntag auf seiner Facebook-Seite ein Bild von einem iPhone 5 veröffentlicht hatte. «Helft der Wirtschaft und steigert den Konsum», schrieb er noch darum. Sofort hagelte es Kritik, warum er denn nicht den taiwanischen Smartphone-Hersteller HTC unterstütze.

Angesichts der Kritik sah sich Hu zu einer Klarstellung veranlasst. Nein, er besitze nicht das neue iPhone, er überlege nur, ob er es sich kaufen solle, erklärte Hu. Ganz so unpatriotisch wäre ein Kauf nicht, schliesslich werden etliche Teile im iPhone 5 in Taiwan hergestellt und produziert werden die Geräte vom taiwanischen Unternehmen Foxconn Technology – allerdings in China.

Wichtiger als andere grosse Computerhersteller

HTC hingegen hat zu kämpfen, vor allem wegen der Konkurrenz durch Apple und Samsung. Das ist auch ein Grund, warum Taiwans Exporte seit sechs Monaten zurückgehen. Wirtschaftsminister Shih Yen-hsiang rief seine Landsleute schon auf, mehr HTC-Produkte zu kaufen. Die Smartphones würden in Taiwan hergestellt. Das Unternehmen sei für Taiwan wichtiger als andere grosse Computerhersteller, die vor allem in China produzieren lassen.

Hu erklärte, er habe ein HTC One. «Ich nutze wie die meisten Kabinettsmitglieder ein HTC. Der Vorwurf, dass ich unpatriotisch bin, war ein Missverständnis.» Hu fügte aber hinzu, die Demokratie in Taiwan müsse sich noch weiterentwickeln, damit «die Kabinettsmitglieder keine Angst mehr haben müssen», wenn sie kein HTC-Phone benutzen.

dapd/rek

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