Zuckerberg will alle Krankheiten heilen

Zusammen mit seiner Frau Priscilla Chan spendet der Facebook-Gründer in den nächsten zehn Jahren drei Milliarden Dollar. Damit verfolgen sie einen alten Menschheitstraum.

Wollen im Laufe ihres Lebens 99 Prozent ihrer Facebook-Anteile spenden: Mark Zuckerberg und Priscilla Chan. (20. September 2016)

Wollen im Laufe ihres Lebens 99 Prozent ihrer Facebook-Anteile spenden: Mark Zuckerberg und Priscilla Chan. (20. September 2016) Bild: Jeff Chiu/AFP

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Die Heilung aller Krankheiten – das ist das neue Vorhaben von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Gemeinsam mit seiner Frau Priscilla Chan will Zuckerberg in den kommenden zehn Jahren insgesamt drei Milliarden Dollar für die medizinische Forschung zur Verfügung stellen, wie er am Mittwoch in San Francisco ankündigte.

Ziel sei es, dass alle Krankheiten heilbar oder zumindest behandelbar seien. «Das ist ein ehrgeiziges Ziel», sagte der Internet-Milliardär bei der Vorstellung des Projekts. «Aber wir haben die vergangenen Jahre damit verbracht, mit Experten zu reden, die meinen, dass es möglich ist, deshalb gehen wir es an.»

99 Prozent Facebook-Anteile spenden

Zuckerberg und Chan hatten anlässlich der Geburt ihrer Tochter Max im vergangenen Jahr angekündigt, 99 Prozent ihrer Facebook-Anteile – rund 45 Milliarden Dollar – für Projekte zur Verfügung zu stellen, die «das menschliche Potenzial voranbringen und sich für Chancengleichheit einsetzen».

Zuckerberg nannte das Ziel, dass es zu Lebzeiten seiner Tochter gelingen soll, alle Krankheiten zu heilen – oder zumindest dafür zu sorgen, dass schwere Krankheiten nicht mehr tödlich, sondern in den Griff zu bekommen und vermeidbar sein werden. Die Gelder sollen über die von dem Paar gegründete «Chan Zuckerberg Initiative» im Laufe des kommenden Jahrzehnts vergeben werden, für das Erreichen der Ziele wird das Ende des Jahrhunderts anvisiert.

Zunächst 600 Millionen Dollar

Chan kämpfte bei der Vorstellung des Projektes von Zeit zu Zeit mit den Tränen. Sie sagte, die Heilung aller Krankheiten bedeute nicht, dass Kinder nicht krank würden. Aber sie würden seltener und weniger schwer erkranken.

Als Erstes sollen 600 Millionen Dollar in ein neu geschaffenes biologisches Forschungszentrum namens Biohub in San Francisco fliessen, in dem Wissenschaftler und Ingenieure namhafter kalifornischer Universitäten Werkzeuge für die bessere Erforschung und das bessere Verstehen von Krankheiten entwickeln sollen. Geleitet wird das Biohub von der Neurobiologin Cori Bargmann.

Zuckerberg will Vorbild sein

«In der Geschichte der Wissenschaft ging den meisten grössten Durchbrüchen die Erfindung neuer Technologien voraus, die ein anderes Denken ermöglichen», sagte Zuckerberg. Als Beispiel nannte er die Erfindung des Mikroskops und die Entschlüsselung der DNA-Sequenz. «Diese Werkzeuge schaffen zugleich Fortschritte für die Art und Weise, Krankheiten zu heilen.» Zuckerberg und Chan hoffen nach eigenen Angaben darauf, dass sie mit ihrem Projekt auch andere dazu inspirieren, in die Gesundheitsforschung zu investieren.

Der Gründer des Technologiekonzerns Microsoft, Bill Gates, hat sich mit seiner Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung ebenfalls der Förderung der medizinischen Forschung verschrieben. Der Milliardär war bei der Vorstellung von Zuckerbergs Projekt anwesend und lobte es als «sehr kühn, sehr ambitioniert». Er sei sicher, dass das Projekt Erfolg haben werde. «Mark und Priscilla inspirieren eine ganze Generation von Philanthropen, die aussergewöhnliche Dinge tun.» (chk/AFP)

Erstellt: 22.09.2016, 03:52 Uhr

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