Posten im Namen des Haustiers

Haustierbesitzer treffen sich jetzt online, auf sozialen Netzwerken speziell für Hund, Katze und Co. Zum Beispiel auf «MyPetShare», einer von drei Schweizern entwickelten Plattform.

Hundeprofil: Mit der Schweizer App «MyPetShare» können Haustier­besitzer ein eigenes Profil für ihre Vierbeiner erstellen und dieses mit Fotos und Videos ergänzen.

Hundeprofil: Mit der Schweizer App «MyPetShare» können Haustier­besitzer ein eigenes Profil für ihre Vierbeiner erstellen und dieses mit Fotos und Videos ergänzen.

(Bild: zvg/Montage BZ)

In den Tiefen des World Wide Web gibt es ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Da sollte die Überraschung über den neusten Streich eigentlich nicht gross sein: soziale Netzwerke speziell für Haustiere. Hierzulande gibt es dafür die Gratis-Onlineplattform «MyPetShare» (auch als App für iOS), auf der Haustier­besitzer Bilder, Videos und In­formationen austauschen oder anderen Tierprofilen folgen ­können.

Tierische Profile

Die Idee ist naheliegend und auch nicht ganz neu. Denn, ob schlafend, fressend oder vom Kratzbaum fallend: Fotos und Videos von Mautzi und Co. haben Social Media längst erobert. Manch einer postet gar täglich ein Bild des geliebten Haustieres auf Facebook oder Instagram. Bekommen die Vierbeiner nun ihr eigenes Profil auf einer exklusiven Haustierplattform, bleibt dies den eigenen Freunden oder Followern zumindest erspart – oder sie folgen dann eben dem Haustierprofil.

Selber posten müssen und können die Vier­beiner natürlich nicht. Das übernehmen weiterhin Herrchen und Frauchen, die unter lauter Gleichgesinnten dann bestens aufgehoben sind. Mautzi und Bello dürfte es ohnehin kaum jucken, was da auf ihrem Profil veröffentlicht wird.

Schweizer Entwicklung

Aber auch ohne eigenes Haustier kann man dabei sein und sich einfach an den knuffigen Bildern und Videos erfreuen. Hinter «MyPetShare» steckt die Schweizer Unternehmerin, TV-Journalistin und Dokumentar­filmerin Astrid von Stockar (50). Die Idee dazu entstand aus einem persönlichen Bedürfnis: Von Stockar ist selbst Besitzerin von zwei Hunden und be­ruflich viel unterwegs. Via App oder online einen Hundehütedienst in der Nähe zu finden, vereinfachte ihr Leben enorm.

Was als Idee für eine «pet-sharing» App begann, erweiterte sich bald auf eine Social-Media-App für Haustiere, bei der man Bilder und Dienstleistungen teilt. 2015 gründete Astrid von Stockar gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar, ebenfalls viel reisende Hundebesitzer, die Firma Petshare AG in Zürich. Vor rund einem Jahr lancierte das Zürcher Trio dann die Gratis-App «MyPetShare», und auch als Website ist der Service unter MyPetShare.com verfügbar.

Wichtiger Serviceteil

Die kostenlose Registrierung geht rasch und einfach mittels Mailadresse. Nutzer können dann nach verschiedenen Dienstleistungen suchen oder diese gleich selbst anbieten. Durch die Angabe des eigenen Standortes zeigt einem «MyPetShare» zudem weltweit Angebote in der Umgebung an. Hierzulande finden sich zum Beispiel Inserate für Tiersitter, Shiatsu für Tiere oder zum Vermieten von Pferdeboxen. Zurzeit ist die Anzahl an Angeboten aus der Schweiz aber noch relativ klein.

Grundsätzlich ist das Inserieren auf «MyPetShare» gratis. Wer eine etwas grössere Anzeige mit Bild schalten möchte, kann dies mittels In-App-Kauf im iTunes Store tun. Der sogenannte Service Pro kostet dann einen Dollar im Monat. Firmen und wohl­tätige Tierstiftungen können zudem einen eigenen Videokanal buchen.

Internationale Plattformen

Ein weiteres Beispiel für eine solch tierische Plattform ist das italienische Netzwerk «BePuppy», das aktuell international durchstarten will. Es steht allen Tierchen vom Hasen bis hin zum Pferd oder Leguan offen und ist in den Sprachen Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch verfügbar.

Ein zusätzlicher Haustierblog, den es allerdings noch nicht auf Deutsch gibt, liefert Informationen, und in verschiedenen Gruppen können sich Fans eines bestimmten Tieres austauschen. Weitere Features wie Geolokalisierung und ein Alarmdienst dazu, entlaufene Haustiere wiederzufinden, Gefahren wie Giftköder anzuzeigen oder nach Tieren zur Adoption zu suchen, sollen folgen.

Tierfreunde aus Deutschland treffen sich auf Cutest.de, wo man sich lediglich aus Sicht seines Tieres unterhalten soll und sich nach dem ersten Beschnuppern auch im Rudel zusammenschliessen kann.

Berner Zeitung

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