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Facebook sperrt Seite von Museum wegen Nacktfoto

Kunstwerk oder Bild mit pornografischem Charakter? Das Museum Jeu de Paume hat ein Aktfoto auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Prompt sperrte das Netzwerk den Zugang für 24 Stunden.

Die Museumsleiterin ist empört: Ein Ausschnitt von der Facebook-Seite von Jeu de Paume. (Bild: Screenshot Facebook)
Die Museumsleiterin ist empört: Ein Ausschnitt von der Facebook-Seite von Jeu de Paume. (Bild: Screenshot Facebook)

Wegen eines Aktfotos aus den 1940er Jahren ist die Facebook-Seite des bekannten Pariser Museums Jeu de Paume 24 Stunden lang gesperrt worden. Das auf zeitgenössische Foto- und Videokunst spezialisierte Museum prangerte heute eine «Zensur» von Seiten des US-Internetriesen an: «Nicht zwischen einem Kunstwerk und einem Bild mit pornografischem Charakter zu unterscheiden ist eine nicht nur zweifelhafte, sondern vor allem gefährliche Vermischung.»

Das Museum hatte ein Werk der französischen Fotografin Laure Albin Guillot (1879-1962) auf seiner Facebook-Seite hochgeladen - das Museum zeigt derzeit eine Ausstellung mit Guillot-Aufnahmen. Auf dem Schwarz-Weiss-Foto ist eine liegende nackte Frau zu sehen, bei der lediglich das Geschlecht durch ein weisses Tuch verdeckt ist. Laut dem Museum wurde die Seite von Facebook am Freitag 24 Stunden lang gesperrt.

Verstoss gegen Richtlinien

Auf der Seite ist ein Hinweis von Facebook zu sehen, wonach das Bild wegen eines Verstosses gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks gesperrt wurde - Nacktbilder sind auf Facebook nicht erlaubt. Am Mittwoch war das Foto mit einem schwarzen Balken über der Brust zu sehen.

Die Museumsleiterin Marta Gili sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zensur von Facebook sei «empörend». Das Unternehmen habe «nicht das Recht, so etwas mit einem Kunstwerk zu machen».

Ein Sprecher von Facebook France gestand in einer schriftlichen Stellungnahme zu, dass es «bisweilen schwierig» sei, «zwischen Kunst und Pornografie zu unterscheiden». Leider seien deshalb Irrtümer manchmal nicht ausgeschlossen. Die zuständigen Teams würden dann aber schnellstmöglich die gelöschten Inhalte wieder herstellen.

AFP/wid

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