Sexy oder Sozialversager?

Eine App nimmt auf Facebook den sozialen Offline-Status der User unter die Lupe. Auch mittels Gesichtserkennung. Das kann Überraschendes zutage fördern.

Online top, offline ein Flop: Social Life Audit analysiert den sozialen Status der Nutzer. Screenshot Facebook.com

Online top, offline ein Flop: Social Life Audit analysiert den sozialen Status der Nutzer. Screenshot Facebook.com

Christian Lüscher@luschair

Sie haben viele Freunde auf Facebook, laden alle ihre Fotos hoch, um ihr Leben zu dokumentieren, und erachten die Freundschaftsbörse als überlebensnotwendiges Kommunikationsmittel? Dann sind Sie in der Onlinewelt vermutlich sehr beliebt. In der Offlinewelt haben Sie aber möglicherweise den Status eines Sozialversagers.

Eine Facebook-App mit dem Namen Social Life Audit errechnet aufgrund der bekannten Daten Ihren sozialen Offline-Status. Ganz nach dem Motto: Du bist, was du auf Facebook hinterlässt. Dabei sind nicht allein die eigenen geposteten Informationen entscheidend, sondern auch jene des eigenen Freundeskreises, wann und wo man sich auf Facebook eingeloggt hat und vor allem, wie oft man auf der Plattform seine Zeit verschwendet.

Analyse innert 30 Sekunden

Die App ist äusserst raffiniert und schnell. Innert 30 Sekunden analysiert das Programm sämtliche hochgeladenen Fotos, Statusmeldungen, Like-Verhalten, Ortsangaben und andere vermeintlich verborgene Informationen, um ein Urteil über das reale Leben zu fällen.

Die persönliche Auswertung der Resultate indes kann Minuten in Anspruch nehmen. Denn die App fördert tatsächlich Erstaunliches über das eigene Privatleben zutage. So wird über eine Gesichtserkennungsfunktion der Happyness-Grad des Freundeskreises errechnet. Dieser soll etwas darüber aussagen, wie wohl sich die eigene Clique wirklich fühlt. Aber auch das ist interessant: Die App untersucht die Fotogalerie und sagt schliesslich, wie attraktiv man als Single ist. Insgesamt gibt die App über zwölf soziale Faktoren Auskunft. Unterschreitet man übrigens den durchschnittlichen Index der Community, erlaubt die App auch ein knallhartes Urteil: «Sorry Christian. You failed the Social Life Audit.»

Anwendungen greifen auf einen Grossteil der Nutzerdaten zu

Vorsicht ist beim Nutzen solcher Apps geboten. Zwar sind solche Werbe-Apps, in diesem Fall von einer polnischen Wodka-Marke entwickelt, meist harmlos. Trotzdem sorgen Programme dieser Art immer wieder für böse Überraschungen: Die meisten Anwendungen greifen auf viele versteckte Nutzerdaten zu, um richtig funktionieren zu können – oft auch dann, wenn man sie nicht mehr verwendet. Deshalb empfiehlt es sich immer nachzusehen, welche Apps noch nicht vollständig entfernt worden sind.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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