Falsche App gekauft? So kriegen Sie das Geld zurück

Ob Apple App-Store oder Google Play-Store: Wie man Apps zurückgibt und das Geld auf sein Konto bekommt.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

Wenn man im Supermarkt die falschen Staubsaugerbeutel kauft, kann man sie zurückbringen und bekommt entweder die richtigen oder sein Geld zurück. Wenn man bei einem Versandhandel eine Hose bestellt und diese nicht passt, schickt man sie zurück und bekommt sein Geld wieder. Dieser Prozess hat sich längst eingespielt und funktioniert in der Regel problemlos.

Doch wie ist das mit den Apps, die wir auf unsere Telefone und Tablets laden? Die meisten davon mögen kostenlos sein, dann stellt sich die Geld-zurück-Frage nicht. Eine unerwünschte Gratis-App löscht man, und die Sache hat sich erledigt.

Bei kostenpflichtigen Apps indes ist es nicht so einfach. Bezahl-Apps kosten bei Apple, Google, Microsoft und Amazon in der Regel irgendwo zwischen 1 und 10 Franken. Bei einer Deinstallation bekommt man nicht automatisch sein Geld zurück. Alle Shops weisen in ihren Nutzungsbedingungen in irgendeiner Form darauf hin, dass Käufe endgültig sind. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Apps zurückzugeben und unliebsame Über­raschungen zu vermeiden. Je nach App-Shop funktioniert das jedoch anders, und nicht alle Anbieter machen es ihren Kunden gleich einfach:

Apple App-Store: Apple rühmt sich damit, alle Apps in seinem Store vorab ausführlich geprüft zu haben. Trotzdem kann es im Alltag vorkommen, dass man erst nach dem Kauf merkt, dass die App nicht das ist, was man wollte. Etwa weil man unabsichtlich die iPhone-Version statt der iPad-Version erwischt oder weil man übersehen hat, dass eine App zwar auf dem iPhone 6, nicht aber auf dem 6 Plus funktioniert. Leider gibt es für solche Fälle keinen speziellen Knopf im App-Store. Apple hat stattdessen eine spezielle Webseite für solche Fälle eingerichtet (http://reportaproblem.apple.com). Dort findet man eine Liste mit allen eigenen Käufen und kann beim Fehlkauf «Problem melden» wählen. Anschliessend schildert man das Problem und bekommt das Geld zurück. Im Selbstversuch hat das problemlos geklappt. Ob das bei allen Reklamationen so schnell geht und ob Apple in bestimmten Fällen weniger kulant ist, sagt das Unter­nehmen nicht.

Google Play-Store: Bei Google ist die Rückgabe-Möglichkeit direkt in den Play-Store eingebaut. Wer nach einem Kauf nicht zufrieden ist, hat zwei Stunden Zeit, den Erstatten-Knopf gleich neben dem Öffnen-Knopf im Play-Store zu drücken. Die App wird gelöscht und das Geld wird zurückerstattet. Erst im September hat Google die Testfrist von einer Viertelstunde auf zwei Stunden erhöht. Alternativ hat auch Google eine Webseite aufgeschaltet, die alle Käufe auflistet und ebenfalls die Möglichkeit bietet, eine Rückerstattung zu verlangen (https://play.google.com/store/account).

Microsoft Windows-Phone-Store: Hier gibt es laut Microsoft keine Return-Policy auf App-Einkäufe. Das Unternehmen garantiert, dass alle Apps aus dem Store auch funktionieren. Darum brauche es auch keine Geld-zurück-Möglichkeit, sagte eine Sprecherin. Stattdessen setzt man bei Microsoft auf Testver­sionen. Entwickler können im Shop ­zeitlich oder funktional beschränkte Testversionen anbieten. Gefällt einem die App, kann man sie einfach kaufen. Leider machen noch nicht alle Entwickler von dieser kundenfreundlichen Methode Gebrauch. Bei Google und Apple gibt es diese Möglichkeit nicht. Daher findet man dort Apps häufig doppelt in den Shops: einmal als Testversion und einmal als kostenpflichtige Vollversion.

Amazon App-Shop: Auch Amazon verkauft Android-Apps. Besonders für seine Gratis-Aktionen wird die Alter­native zum Google-Shop geschätzt. Hat man beim Online-Warenhaus eine falsche App erwischt, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich an den Kundendienst zu wenden.

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