«Die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer geworden»

Sylvie Reinhard organisiert die Lift, die grösste Schweizer Innovationskonferenz. Zum zehnten Geburtstag verordnet sie der Veranstaltung eines: Innovation.

Sylvie Reinhard bei der Eröffnung der diesjährigen Lift-Konferenz.

Sylvie Reinhard bei der Eröffnung der diesjährigen Lift-Konferenz.

(Bild: zvg)

Mathias Born@thisss

Mit Aufzugstechnik hat die Lift nichts zu tun. Woher kommt der Name Ihrer Konferenz?

Sylvie Reinhard: Uns geht es um ein «Uplifting» der Teilnehmer: Sie sollen Bestehendes hinterfragen und Neues entdecken. Wir versuchen, an der Konferenz interessierte Leute mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen, um über die Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu sprechen – in der Hoffnung, dass daraus innovative neue Ideen entstehen. Unbedingt dabei haben wollen wir deshalb die Macher: Leute, die diese Ideen auch umsetzen.

Welche Ideen, die an der Konferenz ausgeheckt worden waren, sind umgesetzt worden?

Leute, die sich an der Lift kennen gelernt haben, haben mehrere Organisationen gegründet, etwa die Swiss Community Managers Association. Auch die Idee zur Visualisierung urbaner Daten war hier entwickelt worden; das Produkt ist an zahlreichen Orten auf der ganzen Welt gezeigt worden. Aus Kontakten, die an der Konferenz geknüpft wurden, sind zudem diverse Start-ups entstanden. Und einige Jungunternehmer haben dank der Lift Finanzierungspartner gefunden.

Die diesjährige Lift, die heute zu Ende geht, ist die zehnte Veranstaltung in Genf. Wie feiern Sie?

Wir schenken der Konferenz das, was wir selber predigen: Innovation. Es gibt nur wenige der klassischen 20-Minuten-Präsentationen auf der grossen Bühne des Kongresszentrums. Dafür setzen wir stärker auf interaktive Workshops. Und wir haben Stände in der Lobby, wo die Besucher auf eine spielerische Art miteinander Kontakt aufnehmen können.

Wie hat sich die Konferenz in diesen 10 Jahren verändert?

Zu Beginn traf sich an der Lift die damals noch junge Social-Media-Szene. Heute nehmen ganz unterschiedliche Leute teil. Und auch die Themenpalette ist breiter geworden. Immer öfters dürfen wir zudem für externe Partner deren Veranstaltungen planen. In diesem Jahr ist etwa die Europäische Weltraumorganisation zu Gast. Zudem konnten wir ausserhalb Genfs diverse Veranstaltungen durchführen – etwa in Korea, China und Frankreich sowie letztes Jahr erstmals ennet des Röstigrabens in Basel.

Welche Veränderungen beobachten Sie bei den Teilnehmern?

Die Aufmerksamkeitsspanne ist einerseits spürbar kürzer geworden. Die Redner müssen Wahnsinnspräsentationen auf die Bühne legen, damit die Leute 20 Minuten zuhören. Anderseits sind die Besucherinnen und Besucher eher als früher dazu bereit, sich aktiv in Diskussionen einzubringen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt