Mit Rundem gegen das Eckige

Nun kommen die Runden. Doch können die Smartwatches von Samsung und Huawei mit der rechteckigen Apple Watch mithalten?

Im Vergleich: Samsungs Gear S2 in der Sportedition, die Apple Watch Classic mit Lederband, die Huawei Watch (in der schwarzen statt der hierzulande verfügbaren silbernen Variante).

Im Vergleich: Samsungs Gear S2 in der Sportedition, die Apple Watch Classic mit Lederband, die Huawei Watch (in der schwarzen statt der hierzulande verfügbaren silbernen Variante).

(Bild: Stefan Anderegg)

Mathias Born@thisss

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine normale Armbanduhr. Erst beim zweiten Hinsehen stellen die meisten Leute fest: Diese Uhr hat kein Zifferblatt, dafür einen brillanten Bildschirm.

Dass sie nicht sofort als Smartwatch enttarnt wird, hat einen Grund: Sie ist rund. Ihr Design – von der Schale bis zum Band – entspricht dem einer klassischen Uhr. Mehrere Hersteller haben in letzter Zeit Smartwatches mit runden Bildschirmen lanciert – nebst Huawei und Samsung auch etwa Motorola. (Andere Firmen wie Withings und TAG Heuer bestücken herkömmliche Uhren mit Elektronik.)

Solche Smartwatches fallen weniger auf. Und sie grenzen sich wohltuend von der Hauptkonkurrentin ab: der rechtwinkligen Apple Watch. Ob eine runde oder die eckige Uhr besser passt, ist letztlich Geschmacksache. Jede Smartwatch hat aber Vor- und Nachteile, wie ein Vergleich zwischen der Huawei Watch, Samsungs Gear S2 sowie der Apple Watch zeigt.

Schön verarbeitet, aber klobig

Eines vorweg: Alle drei Produkte punkten mit edlen Materialien und sind sehr schön verarbeitet. Alle sind aber relativ gross und schwer – also für zierliche Arme eher ungeeignet. Während Apple die Uhr mit einer Krone bestückt, mit der man durch Listen scrollen kann, setzt Samsung der Gear S2 eine drehbare Lünette auf.

Damit lässt sich das Gerät nicht minder bequem bedienen. Allerdings ist die Lünette bei der getesteten Sportvariante weniger griffig als beim leicht teureren Classic-Modell. Huawei wiederum verbaut wie Apple eine Krone. Diese dient aber lediglich als Druckknopf.

Alle drei Smartwatches verfügen über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Jener der Apple Watch reagiert auf Druckstärken, was weitere Steuerungsmöglichkeiten ergibt. Huawei und Samsung verzichten auf diese neue, teure Technologie.

Alle Hersteller bieten ihre Smartwatches in diversen Varianten an. Erhältlich sind zudem viele Armbänder. Während Apple und Huawei auch Metallarmbänder verkaufen, belässt es Samsung bei Silikon und Leder.

Übers grösste Angebot verfügt Apple. Bei allen drei Uhren lassen sich die Bänder im Handumdrehen ausklinken und ersetzen; daran sollten sich die Hersteller normaler Uhren ein Beispiel nehmen.

Damit die Freude an der Smartwatch lange währt, muss diese ­robust sein. Alle Geräte sind gegen das Eindringen von Staub geschützt, auch Wasserspritzer schaden nicht. Einzig die Samsung-Uhr darf aber längere Zeit in Wasser abtauchen.

Ohne Handy unbrauchbar

Auch unter der Haube sind die Uhren vergleichbar. So verfügen sie über gleich viel Speicher. Bei allen befindet sich auf der Unterseite ein Herzfrequenzsensor. Eingebaut sind auch Bewegungs- und Lagesensoren.

In den Modellen von Samsung und Huawei steckt zudem ein Barometer, dank dem nebst der Grosswetterlage auch kleine Höhenveränderungen etwa beim Treppensteigen gemessen werden können. Auch wenn bei allen Modellen ein WLAN-Modul an Bord ist, geht ohne Smartphone nicht viel – am wenigsten bei Apple.

Der weitaus wichtigere Unterschied liegt bei der Software: Samsung nutzt als Betriebssystem auf der Uhr die Eigenentwicklung Tizen, Huawei setzt auf Android Wear und Apple aufs eigene WatchOS. Im Test vermag Android Wear (derzeit) nicht ganz mit Samsungs Tizen und schon gar nicht mit Apples Watch OS mitzuhalten.

Dafür lässt sich die Huawei-Uhr sowohl mit den Smartphone-Betriebssystemen Android als auch mit iOS nutzen. Die Apple Watch hingegen taugt ohne neues iPhone zu nichts. Samsungs Gerät wiederum funktioniert derzeit bloss mit Android; gemäss Gerüchten soll eine iOS-App folgen.

Bleibt noch ein Kriterium – ein ziemlich wichtiges: der Preis. Die Uhren sind in zahlreichen, unterschiedlich teuren Ausführungen erhältlich. Als Anhaltspunkt: Während man die klassischen Edelstahlmodelle mit Lederarmband von Samsung und Huawei für unter 400 Franken kriegt, muss man fürs Pendant von Apple 740 Franken in die Finger nehmen.

Berner Zeitung

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